Burg l Schwimmhallen-Nachbar Sebastian Fischer kann in den kommenden Monaten am besten den Baufortschritt an der Gebäudehülle beobachten. Vor allem dann, wenn die ersten Großfahrzeuge anrücken und Hunderte Kubikmeter Abbruchmaterial verladen werden. Dass einige Fahrer kleinerer Autos dieser Tage bereits unfreiwillig auf seinem Grundstück stehen, ist er indessen schon gewohnt. Denn die Schwimmhalle ist mit einem 200 Meter langen Bauzaun versehen, wozu auch der dazugehörige Parkplatz gehört, der damit gesperrt ist. Somit ist es außerdem nicht mehr möglich, die Halle zu umfahren, auch das südliche Tor zum Goethepark ist geschlossen. „Der Zugang vom Marienweg zur Kirchhofstraße wird außerdem mit einem Sperrschild versehen“, sagt Peter May, zuständiger Mitarbeiter der Stadtverwaltung für Burgs größtes Bauvorhaben. „Diese Einschränkungen sind unabdingbar.“

Allein die Einrichtung der Baustelle geht mit mehr als 130.000 Euro in die Gesamtrechnung von mehr als neun Millionen Euro ein. So wurden bereits zwei Sanitärcontainer mit Toiletten und Duschanlagen sowie ein separater Besprechungscontainer aufgestellt, darüber hinaus werden mehr als 20 zusätzliche Verkehrszeichen und Warnleuchten benötigt oder Anschlüsse für Strom oder Wasser installiert. Und damit die schweren Brummis keinen Schaden anrichten, wurde die Fahrbahnfläche an der Halle auf einer Fläche von 1400 Quadratmetern mit einer Asphaltschutzschicht überzogen.

Baustelle kostet 130.000 Euro

„Damit sind die Vorbereitungen geschaffen, dass die Arbeiten nun beginnen können“, sagt Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD). Mehr als 30 Lose werden vergeben, ergänzt May.

Drinnen in der Halle nehmen Mitarbeiter einer Firma aus dem Elbe-Elster-Kreis Maß, um die nächsten Arbeiten zu koordinieren. Die Halle sieht drinnen bereits aus, als würde sie seit Jahrzehnten leer stehen. Teile der Decke hängen herunter, Sitzbänke und an- dere Gegenstände sind demontiert und eine dicke Staubschicht fällt ins Auge. Nicht mehr lange und das Gebäude wird keinen Anschein einer Schwimmhalle mehr machen. So werden nach Bauplan allein 1400 Quadratmeter Decken oder 1800 Quadratmeter Fußboden ausgebaut und 600 Quadratmeter Mauerwerk abgebrochen. Die Masse an diversem Bauschutt, die anfallen wird, beziffert die Stadt auf rund 700 Tonnen.

2022 voraussichtlich Wiedereröffnung

Zeitintensiv werden auch die Demontagearbeiten der gesamten Technik sein – von der Lüftung bis zu Elektroanlagen. „Wir hoffen aber bei allem Aufwand, dass die Zeitpläne dennoch eingehalten werden“, so Rehbaum. Vorgesehen ist, die Halle im Frühjahr 2022 wieder zu eröffnen. Ob der Termin gehalten werden kann, sei offen, denn ursprünglich sollten die Arbeiten zwei Monate zuvor beginnen. Bis dahin werden etwa neun Millionen Euro verbaut, davon 2,4 Millionen Euro Fördermittel aus dem Städte-bautopf des Landes und 1,8 Millionen Euro in Form von Zuschüssen der Sportförderung, die das Innenministerium bereitstellte.

Die künftige wettkampffähige Halle soll dann Besucher aus der gesamten Region anziehen. Immerhin handelt es sich um eine Rundumerneuerung – von der Gebäudehülle bis zu einer neuen Lüftungstechnik und Wasseraufbereitung, neuen Beckenauskleidungen aus Edelstahl, Schwimmbecken auf einer Ebene bis hin zu Duscheinheiten mit elektronischen Armaturen, zeitgemäße Ankleiden, Fußbodenheizungen und effizienter Belüftungstechnik. Auch die komplette Heiztechnik wird ausgetauscht. Daneben soll eine Sauna im Freibereich zum Schwitzen einladen.