Fabian Borghardt ganz persönlich

Burg ist für mich eine liebens- und lebenswerte Stadt, für die es sich lohnt, sich einzusetzen.

Hätte ich einen Wunsch frei, würde ich die Abschiebungen nach Afghanistan stoppen, denn es ist für mich unmenschlich, Menschen – zumeist sind es Familien – die sich hier eingelebt und eingebracht haben, so etwas anzutun.

Riesig gefreut habe ich mich über die Herzlichkeit von Menschen, die flüchten mussten und hier ein neues zu Hause gefunden haben.

Ich lese gerade das Buch „Abgehauen“ von Manfred Krug, darauf gekommen bin ich durch die Lesung in MDR-Kultur.

Als Schüler träumte ich davon, … die Welt ein Stück besser zu machen, dies versuche ich nun erst einmal in Burg.

Mich ärgert die Tatsache, dass Argumente und Fakten für einige Menschen nicht mehr gelten und Medien als Lügenpresse verunglimpft werden.

Unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel rate ich, nach der Willkommenskanzlerin jetzt nicht zur Verabschiedungskanzlerin zu werden.

Wenn ich ein ganzes Jahr frei hätte, würde ich gern reisen und andere Kulturen kennenlernen.

Burg l Er will die Welt ein Stück besser machen und dafür kämpft er täglich. Fabian Borghardt kämpft gegen rechte Ideologien, gegen Hass und gegen Intoleranz. Er sehnt sich nach einer besseren und friedvolleren Welt, in der Toleranz und Gerechtigkeit ganz oben stehen. Deshalb ist für ihn nach Feierabend nicht Schluss mit sozialer Arbeit, sondern es geht weiter. Denn neben dem Job als Koordinator des Awo-Nachbarschaftstreffs ist der 35-Jährige als Koordinator des „Runden Tischs gegen Rechts“ und des „Kinderclubs International“ der evangelisch-reformierten Petri-Gemeinde aktiv.

„Engagement und Hilfsbereitschaft bestimmen eigentlich mein ganzes Leben. Es gehört für mich dazu und hört nicht nach Feierabend auf“, sagt der gebürtige Burger. Vor allem der Kampf gegen Rechts liege ihm am Herzen. „Beim ‚Runden Tisch gegen Rechts‘ bin ich schon von Anfang an dabei. Die Initiative ist vor etwa zehn Jahren entstanden, als in Burg eine vietnamesische Familie von rechten Burgern angegriffen und überfallen wurde“, berichtet Fabian Borghardt über die Anfänge der Zusammenkunft verschiedener Akteure. Ihm gehe es um Aufklärung, Erinnerungsarbeit und das Brücken bauen. „Das Brücken bauen ist ganz wichtig, weil man zusammen einfach mehr erreicht“, ist er sich sicher.

Aber auch die Integration von Migranten ist für den 34-Jährigen eine Herzensangelegenheit. „Ich finde es gut, dass sich viele Burger für die Integration der Migranten einsetzen. Es ist schön, zu sehen, dass es viel Hilfsbereitschaft gibt. Migranten haben einen Wert, das muss jedem klar sein.“ Trotzdem gebe es in der Stadt auch Schattenseiten, wie Intoleranz, Anfeindungen und Angriffe. „Es ist schon so, dass Migranten in Burg auch Angst haben“, weiß er von seinen vielen Gesprächen zu berichten. Die Angst sei auch entstanden, als in Burg gegen Flüchtlinge demonstriert wurde.

Stadtrat pro Schulz

Wichtig ist Fabian Borghardt ebenso seine politische Arbeit. Bis vor kurzem war er Kreisvorsitzender der Jusos und sitzt zudem für die SPD im Burger Stadtrat. „Die politische Arbeit macht mir Spaß, auch wenn es manchmal ganz schön stressig ist.“ Über die Kandidatur Martin Schulz‘ als Kanzelerkandidat ist Borghardt glücklich: „Er ist ein blühender Europäer und reißt einen einfach mit“, sagt er strahlend.

Und bei aller ehrenamtlicher Arbeit sei auch die beim Burger Kulturstammtisch nicht zu vergessen: „Burg entwickelt sich immer weiter, auch kulturell. An diesem Prozess teilzunehmen, finde ich sehr spannend.“

Bleibt da überhaupt Zeit für Freizeit? „Ja, die nehme ich mir. Zugegebenermaßen ist es nicht viel Zeit. Aber wenn mein Lieblingsclub, der FC Bayern München, ein Spiel hat, dann will ich das auch unbedingt sehen“, sagt der Fußballfan lachend.

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