Internet-Projekt

Sportverein Ihleburg-Parchau will Gemeinschaftshaus mit Spenden sanieren

Der SV Ihleburg-Parchau 1960 will sein Sportlerheim sanieren. Mit Hilfe einer so genannten Crowdfundig-Kampagne – einer Art Gruppenfinanzierung – sollen bis zum 26. April 4800 Euro zusammenkommen. Unterstützt wird das Vorhaben vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB).

Von Mario Kraus
Ortsbürgermeister Axel Rojahn (links) mit Dennis Bünger, Vorstandsmitglied des SV Ihleburg-Parchau, im Sportlerheim. Foto: Mario Kraus

Ihleburg. Die Pandemie zwingt auch den Sportverein Ihleburg-Parchau, neue Wege zu gehen. Weil wegen abgesagter Spiele auch keine Einnahmen in die Kasse fließen, aber die Sanierung der Sportanlage nicht ins Stocken geraten soll, setzen die 50 Mitglieder auf eine Spendenaktion per Internet. Kassenwart und Ortsbürgermeister Axel Rojahn sieht auf diese Weise neue Möglichkeiten, die Arbeiten fortsetzen zu können. Denn in den vergangenen Jahren haben die Sportfreunde schon jede Menge Stunden geleistet, damit das Vereinsleben nicht stirbt. Das bestätigt auch Dennis Bünger, der als Vorstandsmitglied die so genannte Crowdfunding-Kampagne mit steuert. „Wir haben schon viel geschafft. Zum Beispiel wurden ein neuer Rasen und eine automatische Bewässerungsanlage angelegt und neue Spielfeldkabinen und Absperrung geschaffen.“ Damit sei auch ein ordnungsgemäßer Spielbetrieb gesichert.  

Jetzt geht es um die Renovierung der Vereinsstätte, die in die Jahre gekommen ist. Mit dem Geld sollen verschiedenste Baumaterialien erworben werden, während die eigentlichen Arbeiten die Vereinsmitglieder selbst stemmen wollen. „In dem Sportlerheim wollen wir uns wieder wohl fühlen“, sagt Bünger. Deshalb werden sich die Arbeiten vom Sanitär- bis zum Aufenthaltsbereich erstrecken. Sollte unterm Strich sogar mehr Geld zusammenkommen, werden Dach, Fassade und Türen erneuert. „Diese Sanierung ist ein Gemeinschaftsprojekt und schweißt uns sicher noch mehr zusammen“, sagt der junge Mann, der vom Gelingen überzeugt ist. Immerhin unterstützt auch der Deutsche Olympische Sport-Bund (DOSB), der für jeden eingezahlten Euro noch eine Summe beisteuert.

Erreicht das Projekt nicht die angegebene Summe, wird es als nicht erfolgreich eingestuft. Und das Geld an die Unterstützer zurücküberwiesen. „Für den Projektstarter entstehen in diesem Fall keine Kosten“, erläutert Rojahn. „Niemand geht ein Risiko ein.“

Fußball-Mannschaft jetzt in der Kreisliga

Mit diesem Vorhaben wollen Verein und Gemeinde letztlich an die lange sportliche Tradition des Ortes anknüpfen.

Der SV 1960 Ihleburg- Parchau wurde 1960 gegründet. Damals noch als BSG Traktor Ihleburg 1960, eine Sportgemeinschaft, die seinerzeit aus Fußball, Reitsport und Tischtennis bestand. Durch Umstrukturierungen entstand zur Wendezeit der SV 1960 Ihleburg. Drei Nachwuchsmannschaften, eine Herren- und eine erfolgreiche Frauenmannschaft teilten sich Platz und Kabinen. Durch die Schließung der Schulen in den benachbarten Ortschaften zog es einige Familien weg aus dem kleinen Dorf und der Nachwuchs blieb weitestgehend aus. Auch die Herrenmannschaft hatte in den folgenden Jahren zu kämpfen, so dass es um 2005 zu einer Fusion mit dem benachbarten Verein aus Parchau kam. Es entstand der bis heute bestehende SV 1960 Ihleburg-Parchau. Durch den Zusammenschluss stieg die Mannschaft sogar in die Kreisoberliga des Jerichower Landes auf. „Nach dem Abstieg zurück in die Kreisliga geriet das Team erneut ins Straucheln, gab aber nicht auf und will nun motiviert ihr Bestes geben“, verspricht Rojahn.

Für den Dorfchef reiht sich das Projekt in eine Reihe von Einzelbausteinen ein, die das Leben auf dem Dorf lebenswerter machen soll. Dazu gehören intakte Vereine ebenso wie die Möglichkeiten, die Freizeit zu gestalten. „Da sind wir im Ort schon weit vorangekommen, weil sich viele Einwohner engagieren. Darauf können wir stolz sein.“