Burg l Eine Wette abzuschließen, ist derzeit schwer. Wie viele Stadträte die städtische Eigenbewirtschaftung befürworten und wie viele den Weg mit der PSE, lässt sich nicht einfach vorhersagen, allenfalls könnte spekuliert werden.

Fakt ist: Die Diskussion ist erneut entfacht, nachdem die Stadtverwaltung eine Beschlussvorlage in die Stadtratsgremien eingebracht hat, nach der zwei Zukunftsvarianten zur Diskussion stehen, weil der bisherige Pachtvertrag mit der PSE Ende April ausläuft. Einigkeit in den Fraktionen gibt es bislang nur bei Reinbern Erben/Dr. Norbert Wolffgang, die sich klar für eine städtische Bewirtschaftung ausgeprochen haben – ohne zusätzliches städtisches Personal. Genau dies sehen einige Mitglieder der übrigen Fraktionen skeptisch. Weil die Stadt selbst in der Konsolidierung steckt und jeden Cent dreimal umdrehen muss, sind die Meinungen nicht einheitlich.

SPD-Fraktionschef Heiko Jerkowski ist dafür, den Gesprächsfaden trotz unterschiedlicher Erfahrungen und Auffassungen nicht abreißen zu lassen. „Ein sachlicher Meinungsaustausch ist immer gut“, sagte er. Jerkowski, der aus privaten Gründen nicht teilnehmen kann, wird von Otto Vogt vertreten.

Meinung gebildet

Teilnehmen werden auch die Freien Wähler Endert/JL. „Viele Stadträte haben sicher ihre Meinung, aber die Gelegenheit, um offene Fragen zu klären, sollte schon genutzt werden. Immerhin handelt es sich um eine weitreichende Entscheidung für die Stadt“, sagte Endert.

Die CDU wird mit dem Vize-Fraktionsvorsitzenden Clemens Engel vertreten sein. In der Union herrsche aber weitgehend Einigkeit, vorerst wieder den Eigenbetrieb durchzuführen, sagte Fraktionsvorsitzender Frank-Michael Ruth, der selbst aus beruflichen Gründen bei einer DRK-Präsidiumssitzung anwesend sein muss. „Endgültig werden die Fraktionsmitglieder zum Beschluss nach der Sitzung des Hauptausschusses noch einmal darüber beraten“, meinte er.

Für die Linken ist Michael Schulz mit dabei. Fraktionschefin Kerstin Auerbach ist erkrankt und kündigte aber gestern einen Änderungsantrag an.

An der Online-Abstimmung der Volksstimme zu diesem Thema beteiligten sich insgesamt 69 Leser. 16 befürworteten die städtische Variante (23,19 Prozent) und 50 die Vertragsverlängerung (72,46 Prozent), drei gaben ihr Votum bei „Interessiert mich nicht“.

Stadthallen-Pächterin Janin Niele will den Abend unter anderem nutzen, um „Gerüchten entgegenzutreten“. Sie hat auch einen nichtöffentlichen Teil vorgesehen. „Wenn das so ist, wird es auch ums Geld gehen“, meinte ein Stadtrat  zur Volksstimme.