6. Juni 2021

Stimmenabgabe in 17 Burger Wahllokalen unter Hygiene- und Abstandsregeln

Für den Wahlsonntag 6. Juni 2021 sind die Vorbereitungen in Burg abgeschlossen, rund 200 Angestellte der Stadt und Helfer werden bis in die Nacht im Einsatz sein. Freitag werden die letzten sechs Wahllokale hergerichtet – unter Bedingungen der Pandemie.

Von Mario Kraus
Der Gymnastikraum der Diesterweg-Sekundarschule in Burg dient am Sonntag als Wahllokal. René Teßmann (links) und Bendix Rathmann stellen hier die mobilen Wahlkabinen auf. Zuvor wurde der Fußboden zum Schutz des Parketts mit Auslegware verlegt.
Der Gymnastikraum der Diesterweg-Sekundarschule in Burg dient am Sonntag als Wahllokal. René Teßmann (links) und Bendix Rathmann stellen hier die mobilen Wahlkabinen auf. Zuvor wurde der Fußboden zum Schutz des Parketts mit Auslegware verlegt. Foto: Mario Kraus
Ein Wahlschein aus dem Jahr 2006.  Das Kreuz kann diesmal nur mit eigenem Stift gemacht werden.
Ein Wahlschein aus dem Jahr 2006. Das Kreuz kann diesmal nur mit eigenem Stift gemacht werden.
Archivfoto: Jens Schlueter/ddp

Burg - Diese Wahl es hat es in sich. „Eine Wahl unter dem Corona-Vorzeichen hat es ja auch noch nicht gegeben“, sagt René Teßmann von der Stadtverwaltung. Im Gymnastikraum der Diesterweg-Sekundarschule ist er mit Mitarbeitern des Bauhofes damit beschäftigt, Tische und Stühle so anzuordnen, dass die Abstände ausreichend groß, die Kabinen nicht einsehbar sind und die Abfolge mit Registrierung, Empfang des Wahlscheines bis hin zum eigentlichen Wählen und dem Einwurf der Stimmzettel in die Urne reibungslos klappt. Teßmann greift schon mal zum Zollstock und prüft nicht nur einmal, sondern gleich mehrmals. „Es muss alles stimmen, das können die Leute auch erwarten“, sagt er. Noch ein paar Griffe an den Plexiglasscheiben, Absprachen mit dem Hausmeister der Schule, welcher Eingang am Sonntag geöffnet wird, wann am Montagmorgen der Abbau erfolgen kann – und dann geht es auch schon weiter zum nächsten der 16 Außen-Wahllokale.

Derweil ordnet Stadtwahlleiter Sven Reinald in seinem Büro im historischen Rathaus die Zettel für die Wahlmeldungen am Sonntagabend und prüft, ob auch ja nichts vergessen wurde. „Wir können uns keine Fehler erlauben und dürfen auch nichts vergessen“, sagt der 45-Jährige. Obwohl er ein ausgesprochener Routinier ist, den so schnell nichts aus der Ruhe bringt, ist „die Wahl in zwei Tagen tatsächlich die größte Herausforderung“.

Acht neue Standorte für Wahllokale

Einerseits, weil drei Einzelwahlen damit verbunden sind. Während junge Leute ab dem 18. Lebensjahr den Landtag wählen können, gilt das Wahlalter für die Landrats- und Bürgermeisterwahl (Kommunalwahl) bereits ab dem 16. Lebensjahr. Andererseits, weil für die Wahllokale entsprechende Hygienekonzepte erarbeitet wurden und zusätzliche Corona-Schutzmaßnahmen wie Desinfektionsmittel und –tücher sowie 64 Sichtscheiben angeschafft werden mussten. „Das alles schlägt mit mehreren Tausend Euro zusätzlich ins Kontor“, sagt Reinald. Außerdem: Von den insgesamt 17 Wahllokalen, einschließlich Briefwahlkokal in der Alten Kaserne 2, befinden sich acht an neuen Standorten. Diese Entzerrung soll auch dazu führen, dass größere Wartezeiten möglichst vermieden werden.

Das Wichtigste aber: Wer die Wahllokale aufsucht, sollte unbedingt einen eigenen Kugelschreiber mitbringen. „Und trotz sinkender Inzidenzzahlen ist es notwendig, einen Mundschutz zu tragen. Auch bei der Stimmenabgabe steht der Gesundheitsschutz an erster Stelle“, appelliert Reinald an die Wähler. Allerdings: „Für Bürger, die ein ärztliches Attest vorweisen, wonach sie vom Tragen einer Maske aus gesundheitlichen Gründen befreit sind, gilt eine Ausnahme.

Mögliche Stichwahl am 20. Juni

Daran wird sich nach Einschätzung des Stadtwahlleiters auch bei einer möglichen Stichwahl für den künftigen Landrat beziehungsweise Bürgermeister nichts ändern. Sollte es dazu kommen, „wird der Aufwand am 20. Juni nicht wesentlich anders sein“. Nur dass etwas weniger Personal benötigt wird und die Auszählung schneller vonstatten gehen dürfte. Sind am kommenden Sonntag pro Wahllokal zehn Personen eingebunden, sollen es in zwei Wochen dann sieben sein.

Die Wahl kann wie in den vergangenen Jahren auch im Internet (www.stadt-burg.de) verfolgt werden. Dort werden die Ergebnisse sofort eingestellt. Begonnen wird mit der Auszählung der Landtagswahl, dann folgen Landrat und Bürgermeister. Die Briefwahlunterlagen der Landtagswahl werden beim Kreiswahlleiter ausgezählt. Überhaupt war diesmal die Wahl in den eigenen vier Wänden zu Hause besonders beliebt. Knapp 6000 Unterlagen wurden in den vergangenen Wochen verschickt. Ein absoluter Rekord.