Burg l Aus alt wird neu. Dieser viel zitierte Spruch steht für viele Projekte in Burg und trifft auf das ehemalige Schlachthof-Ensemble an der Blumenthaler Straße ganz besonders zu. Während beim einstigen Verwaltungsgebäude der Wandel des denkmalgeschützten Hauses von einer Ruine zum nutzbaren Objekt bereits sichtbar ist, steht diese Entwicklung der Freibank in den nächsten drei Jahren noch bevor. Anschließend sollen Kinder und Jugendliche hier ihre Freizeit verbringen können und dabei entsprechend betreut werden. Erste Interessenten, die als Träger fungieren möchten, gibt es bereits.

Bis dahin geht allerdings noch viel Bauzeit ins Land. „Aber wir haben beim Nachbargebäude bewiesen, dass es geht“, gibt sich Ulf Petermann, Sachgebietsleiter Liegenschaften und Gebäudemanagement der Stadtverwaltung, optimistisch. Immerhin ist es gelungen, das Haus in den vergangenen Monaten statisch zu sichern und vor dem Verfall zu retten. Über das Förderprogramm Stadtumbau konnte die Stadt dafür 320.000 Euro einwerben und umfangreiche Dachdecker-, Zimmerer- und Maurerarbeiten finanzieren. Kopfschmerzen bereitete den Planern dabei der braune Porenschwamm, der von Feuchtigkeit lebt und sich an vielen Teilen des maroden Hauses ausgebreitet hatte. Eine gesamte Holzbalkendecke musste schließlich ersetzt werden.

Instandsetzung beginnt

Ab April nun werden sich die Handwerker wieder tummeln, kündigt die zuständige städtische Sachbearbeiterin Karola Ziegler an. Dann steht die Instandsetzung der Fassade auf dem Plan. Dazu zählen das Aufmauern und Wiederherstellen der ursprünglichen Fensteröffnungen, die Erneuerung des Gesimses sowie die Sanierung der Klinker und Putzflächen.

Für die kommenden drei Jahre stehen dabei Fördermittel in Höhe von knapp 841.000 Euro zur Verfügung. Der rund 70-prozentige Zuschuss erfolgt über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Der Eigenanteil der Stadt beläuft sich dabei auf 59.000 Euro, erläutert Ziegler.

Fahrstuhl möglich

Nach dem so genannten Interessenbekundungsverfahren Ende Mai, bei dem sich Träger für die offene Kinder- und Jugendarbeit bewerben können, sind nach Absprache mit dem künftigen Betreiber 2020 weitere Arbeiten im Innenbereich vorgesehen. „Die werden dann im kommenden Jahr nach der Planung und Ausschreibung durchgeführt. Ziel ist in diesem Zusammenhang auch die Barrierefreiheit“, sagt Karola Ziegler. Möglicherweise werde dafür ein Fahrstuhl eingebaut. „Das muss aber auch noch mit der Denkmalschutzbehörde koordiniert werden.“

Mit dem Dachgeschoss steht künftig eine Fläche von 368 Quadratmetern zur Verfügung, im Erdgeschoss rund 163, im Obergeschoss 92 Quadratmeter. Das Haus soll mit einer Küche, Toiletten, jeweils einem Aufenthalts- und Veranstaltungsraum, einem Snoozlezimmer sowie Umkleide- und Betreuerzimmer ausgestattet werden. „Das sind dann optimale Bedingungen“, versichert Sachgebietsleiter Alexander Tippelt. Er ist wie Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) froh, dass es in der Stadt dann neben dem Soziokulturellen Zentrum ein weiteres Objekt für Kinder- und Jugendarbeit gibt. Vorgesehen sind in diesem Zusammenhang Projektarbeiten, Ferienangebote sowie Eltern- und Familienarbeit. „Wir setzen auf eine pädagogisch untersetzte Betreuung“, so Tippelt. Ab 2022 kann die Stadt dann den derzeit vom Kreis-Kinder- und Jugendring genutzten Flachbau am Fläming-Sportplatz endgültig schließen. Das Gebäude ist ohnehin nur als Übergangslösung gedacht, so dass die Stadt in das Haus so wenig Geld wie möglich stecken will.