Burg l „Schmuck sieht er wieder aus“, sagt Karola Ziegler vom Bau-Fachbereich der Stadtverwaltung und zeigt auf den Schriftzug „Burg bei Magdeburg“, der jetzt deutlich zu sehen ist und den Bahnreisenden den Ankunftsort verrät. In der Tat: Wer jetzt mit dem Zug in Burg ein- oder ausfährt, dem fällt der erneuerte Wasserspeicher unweigerlich auf. Steht er doch gerade einmal zwölf Meter vom Gleisbett der Strecke Berlin-Magdeburg entfernt.

Und auch die Besucher der Landesgartenschau, die den Weg zum Großparkplatz an der Blumenthaler Straße nutzen, gehen an das Bauwerk vorbei, das für die Entwicklung der Eisenbahn in Deutschland steht und zum Weltkulturerbe zählt.

Außenhülle gesichert

Weil solche Art Speicher traditionell nur an Bahnhöfen zu finden sind und auch für die Nachwelt erhalten bleiben sollen, ist es zumindest gelungen, die Außenhülle zu sichern und in Teilbereichen zu erneuern. Rund 90.000 Euro wurden dafür eingesetzt, davon 45.000 Euro aus dem städtischen Haushalt.

Das Bauwerk, in den Jahren 1905 und 1906 errichtet, war zum Glück noch so gut in Schuss, dass keine Änderungen an der Konstruktion notwendig waren, um die Statik zu erhalten. So haben sich die Fachfirmen in den vergangenen Monaten an die Arbeit gemacht, um die Klinkerfassade zu reinigen, zerstörte Ziegel zu ersetzen und Abplatzungen durch einen Sanierungsputz zu erneuern. „Darüber hinaus stand viel Feinarbeit auf dem Plan. In Teilbereichen mussten Fugen im Klinker- und im Bruchsteinmauerwerk ausgekratzt und erneuert werden“, sagt Karola Ziegler. Auch eine passend zur Speicherfarbe gefertigte Holztür sichert nun den Turm. Dafür, dass die ehemalige Blendrahmentür gar nicht mehr vorhanden und das Innere begehbar war, hat der Speicher lange durchgehalten.

Nicht mehr brauchbar waren zudem die Metallsprossenfenster. „Die Rahmenkonstruktion war völlig durchgerostet“, sagt Ziegler. Jetzt zieren wieder neue Fenster nach historischem Vorbild den Turm. Und nachdem lose Putzflächen ausgebessert wurden, sorgt nun ein mineralischer Anstrich für einen besonderen Schutz. Im Inneren wurden Decken und Wände abgestrahlt und Graffiti beseitigt.

Eisenbahnromantik

So sehr sich manche Laga-Besucher einen Rundgang um den Behälter wünschten, wird dies auch künftig nicht möglich sein. Die Planungen sahen vor, in luftiger Höhe nur einige zerstörte Konstruktionsteile auszutauschen – mehr aber auch nicht. Auch von einer Erneuerung des Behälters wurde abgesehen. Dagegen ist es gelungen, die Schmuckrosetten aus Stahlblech als Replik anzufertigen und ein gebogenes Gesimselement nachzuarbeiten.

Im Innern ist der Turm damit noch nicht nutzbar. „Das ist mit dem finanziellen Budget nicht machbar“, begründet Karola Ziegler. Auf jeden Fall aber können Interessierte während der Laga einen Blick in das Bauwerk werfen und sich mit der Romantik einstiger Eisenbahngeschichte vertraut machen, als alte Dampfloks noch mit Wasser versorgt wurden.

Der Turm mit seinem Durchmesser von sieben Metern gehört der von Prof. Georg Barkhausen (1849 bis 1923) an der Technischen Hochschule (TH) Hannover entwickelten Kugelbodenbehälter-Bauart an, die ausschließlich in Lizenz von der Firma August Klönne (Dortmund) gefertigt wurde. Das Behältervolumen beträgt 110 Kubikmeter.

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