Hohenwarthe l Im März kam der Lockdown wegen des Coronavirus und damit auch der Baustopp für die neue Schutzmauer gegen das Hochwasser am Hochufer in Hohenwarthe. Der Munitionsortungs- und Bergungsdienst durfte während der strengen Eindämmungsmaßnahmen seine Arbeit nicht verrichten. Denn wenn hier am Hochufer alte Munition gefunden worden wäre, hätte das eine Evakuierung der Anwohner nach sich gezogen. Das wäre mit den Eindämmungsmaßnahmen gegen das Coronavirus nicht vereinbar gewesen. Also ruhte die Baustelle.

Jetzt geht es wieder voran, die Bauarbeiten konnten wieder aufgenommen werden, informierte der Bauamtsleiter der Gemeinde Möser, Uwe Gent, die Mitglieder des Bauausschusses. Er kündigte auch an, dass es keine farbliche Gestaltung der Spundwände geben wird, die hier an beiden Seiten der neuen Mauer verbaut werden sollen. Die Verwaltung habe das geprüft. Eine farbliche Gestaltung sei aber nicht förderfähig und geschätzte Kosten in Höhe von mehreren zehntausend Euro für die Gemeinde zu hoch. Also sollen die Wände kahl bleiben.

Bis Anfang Dezember soll die Mauer fertig sei

2,5 Millionen Euro wird der Bau der Hochwasserschutzmauer kosten. Die Kosten werden zu 100 Prozent vom Land Sachsen-Anhalt getragen. Denn die Maßnahme ist Bestandteil der Hochwasserschutzkonzeption des Landes.

Der erste Spatenstich für die Mauer war Anfang März durch Mösers Gemeindebürgermeister Bernd Köppen (parteilos), Landrat Steffen Burchardt (SPD) und den Landtagsabgeordneten Markus Kurze (CDU) erfolgt. Nur kurz nach Baubeginn kam dann der zeitweise Baustopp. Bis Anfang Dezember dieses Jahres soll die Hochwasserschutzmauer eigentlich stehen. Ob der Baustopp diesen Zeitplan ins Wanken bringt, ist noch unklar.

Die neue Schutzmauer entlang der Elbpromenade in Hohenwarthe wird nach ihrer Fertigstellung zwischen 2,40 und 3,15 Meter hoch sein. Sie soll an das bereits vorhandene Stück einer Hochwasserschutzmauer direkt anschließen. Bei den Bauarbeiten soll ebenfalls die Neigung des Hanges korrigiert werden.

Schäden am Hochufer sollen vermieden werden

Die Winkelstützmauer werde direkt vor Ort gegossen, hatte Bernd Köppen darüber hinaus zum Baustart erklärt.Die vorbereitenden Maßnahmen für den Bau hatten bereits im Januar und Februar 2019 begonnen. Da führte die Gemeinde Baumfällarbeiten am Hochufer aus.

Das schwere Hochwasser im Juni 2013 hatte in Hohenwarthe Schäden im Bereich des Hochufers verursacht. Dazu gehörten massive Unterspülungen am Hang, Risse im Erdreich und Ausspülungen von Wurzeln. Die neue Mauer soll den Ort vor künftigen Hochwassern schützen, indem sie solche Ausspülungen verhindert.

Insgesamt hatte sich in Sachsen-Anhalt die Schadenssumme durch das Hochwasser des Jahres 2013 auf rund 2,4 Milliarden Euro belaufen. „Diese immense Schadenssumme verdeutlicht, wie wichtig es ist, weiter in einen modernen und nachhaltigen Hochwasserschutz, die Risikovorsorge, den Ausbau der Hochwassermelde- und Hochwasservorhersagesysteme sowie die Flächenvorsorge zu investieren ...“, heißt es in der Hochwasserschutzkonzeption des Landes, die bis 2020 gilt. Trotz dieser Aussage hatten die Verhandlungen mit dem Land um die neue Hochwasserschutzmauer lange gedauert. Schon kurz nach dem Hochwasser 2013 hatte die Gemeinde Möser einen Förderantrag zur „Böschungssicherung“ gestellt. Erst im März 2016 wurde der Antrag vom Landesverwaltungamt in Halle bewilligt. Debatten um die Fauna-Flora-Habitatrichtlinie, das Biosphärenreservat Mittellelbe, den Laubbockkäfer und deren Vereinbarkeit mit dem Bauprojekt zum Hochwasserschutz in Hohenwarthe verzögerten die Planungen für den Bau der Mauer.