Engersen l Das Ergebnis des demnächst auslaufenden Jagdjahres 2018/19 liegt noch nicht vor. Aber es ist laut Stephan Gerth, Geschäftsführer des Unterhaltungsverbandes Milde/Biese, davon auszugehen, dass erneut Abschussprämien für mehr als 1250 Nutrias im Verbandsgebiet zu entrichten sind.

Ausgewilderte Pelztierart

Die in Engersen ansässige Organisation, die sich im Auftrag der Kommunen auf einer kreisübergreifenden Fläche von rund 96.000 Hektar um die Unterhaltung der Gewässer zweiter Ordnung kümmert, zahlt Jägern drei Euro für einen erlegten Nager. Aber warum? Weil Nutria, die ursprünglich nicht zur heimischen Fauna gehörten, sondern in Pelzfarmen gehalten wurden, große Schäden in Uferbereichen anrichten. Sie legen ihren Bau in Form eines Höhlensystems an, das eine Gefahr für Mensch und Maschine darstellt. Es kommt immer wieder vor, dass Traktoren oder Bagger bei der Gewässerpflege oder anderen Arbeiten im Uferbereich einbrechen. Auch dass die Tiere die Rinden von Bäumen annagen, gilt als Problem.

Trotz der Einführung der Prämie, die der Unterhaltungsverband aus seinen Beiträgen finanziert, „ist der Abschuss immer noch günstiger, als die Baue anderweitig zu verschließen“, erklärt Stephan Gerth. Hinzu komme, dass sich Nutria in den zurückliegenden Jahrzehnten rasant vermehrt haben. „Die Jäger kommen mit dem Erlegen gar nicht hinterher“, weiß der Verbandsgeschäftsführer.

Ihm werden immer am Ende eines Jagdjahres Abschusslisten der Hegeringe beziehungsweise Jägerschaften vorgelegt, die auch die zuständigen Behörden erhalten. Auf dieser Basis erfolgt dann die Auszahlung der Prämien. „Wir können nicht jedes einzelne Tier nachkontrollieren, müssen uns da auf die behördlichen Instanzen verlassen“, erklärt Stephan Gerth.

Die Kreisjägerschaft jedenfalls begrüßt die Initiative des Unterhaltungsverbandes Milde/Biese, wie während ihrer Versammlung am Wochenende deutlich wurde.