Gardelegen l Erst müsse man investieren, um anschließend verdienen zu können. Das ist die Maxime von Maik Niebuhr, der gemeinsam mit seinem Sohn Michael der Niebuhr Stahlglastechnik GmbH in Gardelegen vorsteht, die sich auf die Herstellung und Weiterentwicklung innovativer Stahl-Glas-Türen- und Fassadenelemente spezialisiert hat und bundesweit, vor allem im öffentlichen Bereich, tätig ist.

Fachkräfte seien das wichtigste Kapital eines jeden Unternehmens. Knowhow-Träger sichern dessen Zukunft und Nachhaltigkeit. Zudem soll jungen Leuten in der Altmark eine Perspektive geboten werden, um weitere „Landflucht“ zu vermeiden. Aus diesem Grund wird auch seit 1996 – das Unternehmens wurde 1994 als Metallbau Leue & Niebuhr GbR gegründet und 2018 umbenannt – durchgehend ausgebildet, um den Mitarbeiterstamm durch eigene Fachkräfte zu stärken.

Ehrung auch Ansporn für die Zukunft

Damit hatte die GmbH bei ihrer Bewerbung bereits ein Kriterium für ihre Wahl zum „Vorbildlichen Ausbildungsbetrieb“ durch die Handwerkskammer Magdeburg, nämlich die kontinuierliche Ausbildung von Lehrlingen und erfolgreiche Gesellen- und Abschlussprüfungen, erfüllt.

Das galt auch für die anderen Bewertungspunkte wie Initiativen zur Erhöhung der Ausbildungsqualität und Attraktivität der Ausbildung, Weiterbildung der Gesellen bis zur Meisterqualifikation, besondere Initiativen zur Berufsorientierung und Nachwuchsgewinnung sowie Aktivitäten zur Zusammenarbeit von Schule und Betrieb.

Die Preisverleihung fand vor einigen Tagen im Köthener Schloss statt. Hauptgeschäftsführer Burghard Grupe und Handwerkskammer-Präsident Hagen Mauer überreichten Maik und Michael Niebuhr den gläsernen Preis und die Auszeichnungsurkunde.

Ansporn für die Zukunft

Für die beiden Geschäftsführer ist die Auszeichnung nicht nur ein Zeichen, auf dem richtigen Weg zu sein, sondern auch Ansporn für die Zukunft, denn die Ausbildung soll laut Maik Niebuhr weiter optimiert werden.

In der GmbH werden die Berufe Metallbauer mit Fachrichtung Konstruktionstechnik (derzeit vier Auszubildende im ersten, zweiten und vierten Lehrjahr), Technischer Systemplaner (derzeit eine Auszubildende) und Kauffrau für Büromanagement (derzeit eine Auszubildende) ausgebildet.

„Wir machen viel für die Azubis“, erklärt Maik Niebuhr auf Nachfrage der Volksstimme, was die Ausbildung in seinem Betrieb so besonders macht. Da sei die Übernahmegarantie, die individuelle Betreuung der Lehrlinge durch erfahrene Mitarbeiter, die Schulungen für Betriebsprogramme, die Kooperation mit lokalen Bildungsträgern, wie dem Gardelegener Jugendförderungszentrum (JFZ) und dem Institut für berufliche Bildung (IBB) sowie die Integration von leistungsschwachen Mitarbeitern.

Mehr Unterstützung durch die Politik

Dabei liege das besondere Augenmerk darauf, die Ausbildung auf die Erfordernisse eines jeden Mitarbeiters anzupassen, um qualifizierte Mitarbeiter aus eigenem Haus langfristig ans Unternehmen zu binden und die mittelständische Firma weiterhin erfolgreich in die Zukunft zu führen.

Mehr Unterstützung, vor allem auch in Sachen Ausbildung, würde sich Maik Niebuhr allerdings von der Politik wünschen, die einfach nicht in der Lage sei, Entscheidungen zu treffen.

Da werde beispielsweise fünf Jahre ohne konkretes Ergebnis über das kostenlose Azubi-Ticket diskutiert. „Man kommt sich vor, wie in einem gallischen Dorf. Sie reden viel und tun nichts“, so Maik Niebuhr. Das könne sich ein Unternehmer nicht leisten.