Gardelegen l Die Ausschreibungen von Seiten der Stadt für die Sanierung des Klingbergs in Gardelegen laufen. Anvisierter Sanierungsstart ist der 1. August. Bis dahin, so Gardelegens Bauamtsleiter Engelhard Behrends auf Nachfrage der Volksstimme, soll die Schulhoferweiterung für die Reutter-Grundschule an der Straße beendet sein. Dann kann die Straße selbst, die von der Nicolaistraße zur Burgstraße führt und deren grundhafter Ausbau notwendig ist , in Angriff genommen werden. Bis zum Jahresende 2019 soll sie fertig sein.

Gemeinschaftsmaßnahme

An dieser Baumaßnahme beteiligt sich auch der Wasserverband Gardelegen, dessen technischer Leiter, Karsten Scholz, das Vorhaben während der Verbandsversammlung vorstellte. Es habe aber, wie er ausführte, einen kleineren Umfang als bei der Wächterstraße, die im vergangenen Jahr saniert wurde, und zwar auch als Gemeinschaftsmaßnahme von der Stadt und vom Wasserverband, der dort die Trink- und Schmutzwasserleitungen erneuerte. Denn im Klingberg hat der Wasserverband vor ein paar Jahren schon die Trinkwasserleitung erneuert. Das war damals dringend notwendig und wurde vom Verband als eigene Maßnahme umgesetzt, da die Stadt die Straße damals nicht anfassen wollte.

Nun muss noch der Schmutzwasserhauptkanal, der 185 Meter lang ist und über 31 Schmutzwasserhausanschlüsse verfügt, erneuert werden. Das ist laut Scholz aber nicht durchgängig notwendig, wie eine Kamerabefahrung im vergangenen Jahr gezeigt hat. Es gibt nämlich ablagerungsfreie Rohre mit formschlüssigen Verbindungsstücken sowie DIN-gerechte Abzweigungen zu den Hausanschlüssen, aber auch unsachgemäße Anschlüsse mit Muffenversätzen, korrodierte Hausanschlussrohre und Rissbildungen im Hauptkanal, wo dringend etwas getan werden muss, so der technische Leiter. Denn die Dichtigkeit der Leitungen kann an diesen Stellen nicht gewährleistet werden. Es könnte zu Rohrbrüchen kommen.

Aufgrund der Erfahrungen aus der Wächterstraße mit den extrem beengten Platzverhältnissen, die teilweise sogar eine Schachtung mit der Hand notwendig machten – „es war eine wahnsinnige Quälerei und hat die Kosten hoch getrieben“, so Scholz –, hat sich der Verband für den Klingberg gegen eine offene Bauweise entschieden. Es werde das Renovierungsverfahren angewendet, mit dem nur die Punkte angegriffen werden, wo eine Sanierung notwendig ist. Für den Klingberg plant der Wasserverband den Neubau eines Schmutzwasserschachtes, die Erneuerung von drei Schachtkonen inklusive Abdeckung und die Erneuerung von zehn Schmutzwasserhausanschlüssen im öffentlichen Bereich.

Einstimmiger Beschluss

Die voraussichtlichen Gesamtkosten betragen 127.000 Euro. Sie gliedern sich in 101.000 Euro für die bauliche Umsetzung, anteilige 8000 Euro für die Baustelleneinrichtung und 18.000 Euro Planungskosten. Scholz machte am Ende seiner Ausführungen deutlich, dass die Umsetzung der Maßnahme erforderlich ist, da der Verband in der Verantwortung ist, die Sicherheit der Entsorgung zu gewährleisten.

Das sahen die stimmberechtigten Mitglieder des Wasserverbandes, dem die Stadt Bismark, die Einheitsgemeinde Hansestadt Gardelegen, die Stadt Kalbe/Milde und die Stadt Klötze mit mehreren Vertretern angehören, auch so und sprachen sich einstimmig für die Umsetzung der Maßnahme als Gemeinschaftsprojekt mit der Stadt Gardelegen in diesem Jahr aus. Damit brachten sie in dieser Runde die letzte große Maßnahme auf den Weg. Denn nach den konstituierenden Sitzungen der neun gewählten Stadträte werden die Vertreter der Verbandsversammlung neu gewählt.