Gardelegen l Mit Frühlings- und Geburtstagsliedern gaben die Kinder des Kindergartens Sonnenschein gestern der Stadt-, Kreis- und Gymnasialbibliothek Gardelegen ein Ständchen zum 70-jährigen Bestehen. Ehrensache, kommen doch die Kinder demnächst, um ihren Bibliotheksführerschein zu erhalten.

Hell und modern zeigte sich gestern die Einrichtung ihren Gästen. Der Bibliothek ist es jedenfalls nicht anzusehen, dass sie ihr 70-jähriges Bestehen feiert. Laura Zerneke, Leiterin der Einrichtung, erläuterte gestern Vormittag den rund 50 Besuchern der Festveranstaltung, wie diese Zahl zustande kommt. Am 1. März 1948 wurde die Volksbibliothek Gardelegen gegründet. Damals noch am Rathausplatz 14 bot sie ihren Nutzern 719 Bücher zur Ausleihe an. Zerneke vergleicht: „Heute sind es 53.000 Medien.“

Junge Nutzer bleiben als Erwachsene erhalten

1955 wurde aus der Stadtbibliothek durch Zusammenlegung mit der Kreisstelle für Büchereiwesen die Stadt- und Kreisbibliothek. Mehr als 7600 Bände waren im Angebot. 1978 nahm in der Rudolf-Breitscheid-Straße 27 zudem die Abteilung der Phonothek ihre Arbeit auf. 1979 folgte in diesem Gebäude die Kinderbibliothek, die bis dahin im Pionierhaus beziehungsweise in einem Gebäude an der Marktstraße 12 untergebracht war.

„Am 1. April 1995 hatte es mit den zerstreuten Standorten der Bibliothek ein Ende“, erklärte Zerneke. Im Schlüsselkorb wurde ein ehemaliges Heizhaus mit Umformstation umgebaut. Von 1993 bis 1995 erfolgten die Arbeiten. Seither ist die Bibliothek dort mit allen Beständen untergebracht. Der Leiterin selbst ist die Bibliothek noch aus Kindertagen als Nutzerin bekannt. „Wir sind stolz, wie viele jüngere Nutzer uns auch als Erwachsene erhalten geblieben sind“, sagte Zerneke in ihrer Festrede.

Ein Treff der Generationen

Die Bibliothek in Gardelegen sei zu einem Ort geworden, an dem sich Generationen treffen, an dem Wissen und Informationen vermittelt und Unterhaltung angeboten werden.

Und es gibt weitere Pläne, wie die Bibliotheksleiterin den Gästen erläuterte. So solle im ehemaligen Magazin des Hauses eine Jugendetage entstehen. Ansprechend, vor allem für die jungen Nutzer, war gestern auch das Nachmittagsangebot der Einrichtung. Verschiedene interaktive Mitmachaktionen standen zur Auswahl.