Brunau l Freitagabend gegen 17.30 Uhr. Während viele andere bereits zu Hause den Feierabend mit Start ins Wochenende genießen, steht Christin Franke in der Warteschlange vor dem Blutspendemobil in Brunau. Die 20-Jährige ist Erstspenderin. Und gerade in Zeiten von Corona hat sie sich entschlossen, etwas von ihrem Lebenssaft abzugeben, vielleicht dadurch sogar ein Leben zu retten. „Das wollte ich immer schon mal machen“, sagt sie im Volksstimme-Gespräch. Bisher hat sie dazu noch keinen Termin gefunden, musste sich auch erst einmal entschließen. Diesmal ist sie mit ihrer Mutter, Susanne Franke, die seit 2017 regelmäßig die Blutspende wahrnimmt, mitgegangen.

Bei Christin Frankes erstem Gang zur Blutspende ist alles etwas anders als üblich. Das Vermeiden von Infektionen mit dem Coronavirus hat Priorität. Bevor die freiwilligen Blutspender zu Anmeldung ins Brunauer Vereinsheim dürfen, wird bei ihnen draußen die Körpertemperatur gemessen. Nur wer unauffällige Werte hat, also weder erhöhte Temperatur noch Fieber aufweist, darf zur Anmeldung. Und auch das ist nur einzeln möglich. Mehrere Personen gleichzeitig werden nicht zur Anmeldung ins Gebäude gelassen.

Erst Temperatur messen, dann anmelden

Genauso ist es auch im Blutspendemobil. Bei Danny Klippe, der im Eingangsbereich des Busses von jedem Freiwilligen vom Finger eine winzige Blutprobe entnimmt, dürfen sich nur zwei Personen aufhalten. Die Desinfektion der Hände beim Ein- und Aussteigen ist selbstverständlich. Nach dem einführenden Gespräch mit der Ärztin steht für Christin Franke fest, dass sie Blut spenden darf. Die Eisenwerte sind in Ordnung, nichts spricht gegen den Aderlass. Auf einem der insgesamt acht Plätze im Blutspendemobil nimmt sie Platz. Es geht los: Die erste Blutspende für Christin Franke.

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Danny Klippe freut sich, dass auch in Zeiten von Corona Erstspender den Weg zur Blutspende finden. Blutpräparate sind nur begrenzt haltbar. Die Blutplättchen haben eine Haltbarkeit von nur vier Tagen. Daher können nur bedingt Lagerkapazitäten aufgebaut werden. Neue Spenden sind unumgänglich. Der Aufruf in den Medien, dass trotz der Corona-Situation weiterhin dringend Blutspenden erforderlich sind, habe „super geklappt“, so Klippe. So kamen an den zurückliegenden Tagen bei Spendenaktionen insgesamt mehr Spender, als es sonst der Fall gewesen war.

15.000 Spenden pro Tag benötigt

Und dies lässt sich auch für Brunau verzeichnen. „51 Spender sind zum Blutspenden gekommen. Der Durchschnitt bei den letzten Terminen lag bei 48 Spendern“, teilt Sanja Krischker von der Öffentlichkeitsarbeit des Blutspendedienstes des Deutschen Roten Kreuzes mit.

In Brunau war eine Blutspende während der Corona-Pandemie nicht das einzige Neuartige. Erstmals fand die Spende im Blutspendemobil statt. Bisher erfolgte diese stets in den Räumen der Grundschule, wo nun allerdings Bauarbeiten anstehen. Wie das DRK weiterhin mitteilt, werden täglich in Deutschland rund 15.000 Blutspenden benötigt. Statistisch gesehen wird das meiste Blut inzwischen zur Behandlung von Krebspatienten benötigt. Es folgen Erkrankungen des Herzens, Magen- und Darmkrankheiten, Sport- und Verkehrsunfälle.