Gardelegen l Wer hätte das vor einem Jahr für möglich gehalten? „Maskierte“, die Geschäfte in der Gardelegener Innenstadt betraten, wurden am Donnerstag mit Wohlwollen von Polizei und Ordnungsamt betrachtet, Menschen ohne Maske hingegen mussten mit einer Ansprache rechnen – verkehrte Welt, dank Corona. Das Virus ist weiter auf dem Vormarsch, inzwischen mit zunehmend steigenden Zahlen auch im Altmarkkreis Salzwedel. Ordnungsämter und Polizei haben deshalb mit der Kontrolle der Einhaltung der aktuellen, bundeseinheitlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie begonnen.

Mehrere Teams, bestehend aus jeweils einem Vertreter von Polizei und den Ordnungsämter von Stadt und Kreis, nahmen gestern Kontrollen in Gardelegen und in Salzwedel vor. Im Blickpunkt standen Geschäfte, aber auch Schulen beziehungsweise viel mehr die dazugehörigen Bushaltestellen.

In der Gardelegener Innenstadt waren am Vormittag Ulrike Schulz-Wesche vom Ordnungsamt des Altmarkkreises Salzwedel, Karin Lemm vom Ordnungsamt der Hansestadt Gardelegen und der Regionalbereichsbeamte der Polizei, Lutz Richter, unterwegs. Bei ihrem Streifgang ging es ausdrücklich nicht darum, Strafen auszusprechen, sondern darum, die Menschen für das Thema zu sensibilisieren.

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Schild am Eingang fehlt

Gleich im ersten Geschäft an diesem Tag, einer kombinierten Lebensmittelverkaufsstelle, gab es einen Verstoß, denn statt der erlaubten zwei befanden sich gleich drei Kunden im Verkaufsraum. Dabei klärt ein Schild am Eingang eigentlich über die Regeln auf. Eben dieser Hinweis fehlte wiederum an der nächsten Tür. Und so gaben die drei Kontrollierenden immer wieder freundliche Hinweise und Verbesserungsvorschläge.

„Wo kein Schild vorhanden ist, muss jeder Kunde einzeln auf den nötigen Mund-Nasen-Schutz hingewiesen werden“, erklärt Ulrike Schulz-Wesche. Die meisten Ladenbetreiber haben aber noch ihre Schilder aus dem Frühjahr, andere waren nach einem kurzen Gespräch sofort bereit, wieder eines anzubringen.

Verständnis auf dem Markt

Auf dem Wochenmarkt, der, um die Einhaltung der nötigen Abstände leichter zu gewährleisten, in diesen Tagen in der Fußgängerzone der Ernst-Thälmann-Straße stattfindet, wurden die Maßnahmen gelassen gesehen. Andrea Boddeutsch, die mit ihrem Gemüsestand regelmäßig auf dem Markt vertreten ist, meinte dazu: „Ich habe dafür Verständnis. Auf uns hat das keine negativen Auswirkungen, seit die Leute wieder wissen, wo sie uns finden.“

Mit einem anderen Team war am Vormittag der Regionalbereichsbeamte Henry Rosner in Gardelegen unterwegs, um die Umsetzung der verordneten Maßnahmen zum Beispiel bei Netto, Rewe, Edeka und Aldi, aber auch in Imbissen zu kontrollieren. Auch hier gab es laut Rosner nur wenige Beanstandungen: „Die Maske hatten alle auf, den einen oder anderen musste man nur darauf hinweisen, dass seine Nase etwas hervorguckte. Es heißt ja nicht umsonst Mund-Nasen-Schutz. Beim Imbiss ist außerdem die Einhaltung des Abstandes wichtig.“

Abschließend führte der Weg alle Streifen zum Bahnhof. Während in den Schulen nicht kontrolliert werden durfte, ging es vor allem um die Einhaltung der Maskenpflicht im Wartebereich der Schulbusse, da dort die nötigen Abstände nicht gewährleistet sind. Rosner zufrieden: „Selbst Kinder und Jugendliche fassen es so auf, dass es eben notwendig ist, und halten sich gut an die Regeln. Insgesamt gab es keine großen Verstöße.“