Gardelegen l Verärgert steht Alfred Kartarius am Montagnachmittag auf dem Kaufland-Parkplatz in Gardelegen. „Es ist doch jedes Jahr das Gleiche. Das macht mich einfach wütend“, fasst es der 63-Jährige zusammen und zeigt auf einen Teil der Bauzäune, die seine Weihnachtsbaum-Verkaufstelle in Gardelegen einzäunen und so vor einem Diebstahl schützen sollen.

Gebracht hat es ihm aber nicht viel, wie er am Montagmorgen feststellen musste. „Als wir hier ankamen, haben wir sofort gesehen, dass etwas nicht stimmt“, beschreibt Kartarius die Minuten des Eintreffens am Verkaufsstandort. So war unter anderem der Stecker einer meterlangen Lichterkette aus der Steckdose gezogen, die eigentlich nur mit einer Leiter erreicht werden kann.

„Die Täter wollten einfach ungestört Bäume klauen“, ist sich der 63-Jährige sicher. Genau das haben sie geschafft. „Es wurden etwa 100 bis 150 Tannen in verschiedenen Größen gestohlen. Der Schaden soll bei 2000 bis 3000 Euro liegen“, hieß es zu dieser Tat am Montagnachmittag von Seiten der verständigten Polizei. Am meisten ärgert sich Alfred Kartarius darüber, dass die Täter hemmungslos vorgegangen sind. „Sie müssen rückwärts mit einem großen Transporter an die Verkaufsstelle rangefahren sein“, ist er sich sicher. Mit einer Leiter hätten sie sich dann Zutritt zum Gelände verschafft und auf die großen Weihnachtsbaum-Paletten steigen können.

Diese wurden zudem, wie Alfred Kartarius auffiel, aufgeschnitten und so im Anschluss ein Weihnachtsbaum nach dem anderen gestohlen. Bereits in den zurückliegenden Jahren wurde die Verkaufsstelle, die auf dem Parkplatz im Auftrag von Kaufland die Weihnachtsbäume anbietet, von Dieben heimgesucht. „Im vergangenen Jahr haben sie einfach den Bauzaun mit einem Seil auseinandergezogen“, so Kartarius. Erschrocken von der Tat zeigte sich auch sein 14-jähriger Stiefsohn Marlon Rasche, der seinem Stiefvater ab und an bei der Arbeit unter die Arme greift. Er hüllt die Weihnachtsbäume für die Kunden in ein Netz ein, während Alfred Kartarius über weitere Vorkommnisse berichtet. So wurden in den zurückliegenden Wochen auch andere Weihnachtsbaumverkäufer bestohlen. Ebenfalls am vergangenen Wochenende traf es einen Standort in Oschersleben. „Der oder die Täter sind auf ein eingezäuntes Gelände an der Anderslebener Straße eingedrungen“, hieß es dazu vonseiten der Polizei.

Viel kriminelle Energie

Insgesamt zehn Bäume seien von dem Gelände gestohlen worden. „Die Diebe haben dafür den Zaun aufgeschnitten und haben dann die weihnachtlichen Bäume Stück für Stück entwendet.“ Den entstandenen Sachschaden schätzt die Polizei dort auf mindestens 300 Euro.

Kriminelle Energie in der Vorweihnachtszeit zeigte sich auch schon am Wochenende des ersten Advents. In der Nacht zum 2. Dezember hatten Weihnachtsbaumdiebe in Haldensleben zugeschlagen und einen noch viel höheren Sachschaden verursacht. „Auch hier verschafften sich die Täter Zugang zu einem umzäunten Gelände“, erklärten die zuständigen Polizeibematen. Dafür hatten sie den Bauzaun in der Friedrich-Schmelzer-Straße geöffnet. „Insgesamt 40 Tannen mit einem geschätzten Gesamtwert von rund 1200 Euro wurden mitgenommen.“

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Tat im Vorfeld organisiert worden ist, denn 40 Bäume würden nicht unbedingt in einen handelsüblichen Transporter passen. Auch hier seien wieder ausschließlich Nordmanntannen gestohlen worden, berichtet die Polizei.

Sie prüft nun eventuelle Zusammenhänge zwischen allen genannten Taten. Alfred Kartarius hofft, dass nicht nur seine, sondern alle Weihnachtsbaum-Verkaufsstellen künftig von solchen Taten verschont bleiben. „Wir möchten in Gardelegen beruhigt bis zum 23. Dezember unsere Weihnachtsbäume verkaufen“, wünscht sich der 63-Jährige.