Sanierung

Dorfteich wird ausgebaggert

Im Frühjahr sollen die Arbeiten für eine Sanierung und Renaturierung des Miester Dorfteiches an der Wilhelmstraße beginnen.

Von Cornelia Ahlfeld

Mieste l Er soll wieder zu einem schmucken Mittelpunkt im Dorf werden mit blühenden Randstreifen, sauberem Wasser und Sitzmöglichkeiten zum Treffen und Plaudern: der Miester Dorfteich. Die Gesamtkosten für Sanierung und Renaturierung liegen bei 75 000 Euro. Parallel dazu soll das alte Trafohäuschen am Teich saniert werden – als Wohnangebot für Eulen, Fledermäuse und anderes Getier.

Die Fördermittelanträge für eine Sanierung seien bewilligt worden. Im Frühjahr sollen die Planungen erstellt werden, so dass es in Kürze losgehen kann mit der Sanierung der Teichanlage, informierte Miestes Ortsbürgermeister Andy Neubauer im Nachgang der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates. Die Gesamtkosten liegen bei 75 000 Euro, ergänzte auf Volksstimme-Anfrage Bauamtsleiter Ottmar Wiesel. Fördergeld sei über die Leader-Aktionsgruppe Drömling bewilligt worden.

Im Mittelpunkt stehe zunächst das Ausbaggern des Schlammes. Danach soll das Umfeld entsprechend gestaltet werden. In diesem Zusammenhang hat sich die Ortschaft schon schwerpunktmäßig dem Erhalt der Insektenvielfalt verschrieben. Denn in der Nähe des Teiches befindet sich bereits ein Insektenhotel. Am Feuerwehrgerätehaus wurden im vorigen Jahr 40 Obstbäume alter Sorten gepflanzt. Alles in Zusammenarbeit mit der Biosphärenreservatsverwaltung Drömling.

Und in Anlehnung an das Insektenhotel und die Obstbäume wolle man den Teich ringsum mit Blühstreifen gestalten, um weitere Nahrungsquellen für Insekten zu schaffen.

Die Biosphärenreservatsverwaltung sei auch im Rahmen der Teichgestaltung mit im Boot. Denn die wird zugleich das alte Trafohäuschen am Teich neu gestalten. „Dort lebt schon seit ein paar Jahren eine Schleiereule“, so Neubauer. Nun soll das Trafohäuschen aber für weitere Bewohner, wie Fledermäuse, als neue Wohnstätte quasi attraktiv gemacht werden

Auch die Weiden unweit des Teiches sollen wieder eine dauerhafte und regelmäßige Pflege erhalten. Das übernehmen ebenfalls Mitarbeiter der Biosphärenreservatsverwaltung.

Der Teich selbst wird wieder angeschrägte Seiten erhalten. „Dort sind früher die Kutschen und Pferdegespanne durchgefahren“, erzählte Neubauer, um die Räder zu reinigen. Kutschen sollen dort künftig nicht wieder durchfahren. „Die Teichschrägen sind aus einem anderen Aspekt geplant. So kommt man mit größerer Technik besser an den Teich ran, wenn beispielsweise Reinigungsarbeiten erforderlich sind oder Müll drin liegt“, so Neubauer. Aktuell seien auch noch ein paar Fische drin. Ob ein neuer Besatz wieder in den Teich kommt, sei noch offen. „Je nachdem, wie tief ausgebaggert wird, können wir den Teich den Anglern vielleicht wieder schmackhaft machen“, so Neubauer.

Hintergrund der Sanierung des Miester Dorfteiches ist eine nachgewiesene Schadstoffbelastung im Schlamm, unter anderem sind auch Kleinstmengen an Arsen und Quecksilber darunter.

Doch damit ist der Miester Dorfteich nicht allein. Fast alle Teiche sind betroffen, denn über Jahrzehnte haben die Anlagen in den Dörfern kaum Beachtung gefunden. Ölspuren auf der Straße, Streusalz, Dieseltropfen, Düngemittel, Reifenabrieb – die Teiche sind Endabnehmer für alle Stoffe, die bei Regen in die Gewässer gespült werden. Das alles hinterlässt Spuren in den Teichen, konkret im Schlamm. Die Stadt hatte 2019 einige Teiche beproben lassen. Ausgangspunkt war der Trüstedter Teich. Um Kosten zu sparen, hatte die Verwaltung auch die Teiche in Mieste, Miesterhorst, Dannefeld und Jeggau prüfen lassen. Für eine Sanierung der Anlagen liegen unterdessen auch erste Kostenschätzungen vor. Der Jeggauer Dorfteich würde 30 000 Euro kosten, der Miesterhorster 41 000 Euro und der Dannefelder Dorfteich – er ist die größte Anlage – 153 000 Euro. Für den Trüstedter Teich wären etwa 35 000 Euro erforderlich. Der Schlamm aus den Teichen muss als Sondermüll entsorgt werden.

Die Verwaltung hatte auch Fördermittelanträge gestellt: Für den Dorfteich in Jeggau, Dannefeld und Miesterhorst über ein Artensofortprogramm, für den Miester Teich über die Leader-Aktionsgruppe Rund um den Drömling und für den Trüstedter Teich über die Leader-Aktionsgruppe Colbitz-Letzlinger Heide.

Einzig der Trüstedter Teich befindet sich als Nachrückerprojekt auf einer Leader-Prioritätenliste, informierte Ottmar Wiesel. Die anderen Teiche könnten erst in die nächste Förderphase im Rahmen der Leader-Projekte eingebracht werden.

Im Zuständigkeitsbereich der Einheitsgemeinde Hansestadt Gardelegen befinden sich 14 Dorfteiche und mit dem Planschbecken, dem Stadtgraben und der alten Mildebadeanstalt in Gardelegen drei teichähnliche Anlagen (Volksstimme berichtete).