Feuerwehr

Feuerwehr Hagenau aufgelöst - Standort wird weiter vorgehalten

Die Feuerwehr Hagenau ist aufgelöst.  Es existiert aber noch der Feuerwehr Standort Hagenau. So hat es der Stadtrat beschlossen.

Von Doreen Schulze
Packebuschs Ortsbürgermeister Otto Wienecke (Mtte) bedankt sich bei Helmut Bach (links) und Wolfgang Gühne für die 20-jährige Führung der F Feuerwehr Hagenau.
Packebuschs Ortsbürgermeister Otto Wienecke (Mtte) bedankt sich bei Helmut Bach (links) und Wolfgang Gühne für die 20-jährige Führung der F Feuerwehr Hagenau. Foto: Doreen Schulze

Hagenau - Mit einer Enthaltung und einer Gegenstimme ist die Freiwillige Feuerwehr Hagenau im 95. Jahr ihres Bestehens vom Kalbenser Stadtrat aufgelöst worden. Die eigenständige Wehr zu erhalten, war nicht möglich, da zum einen zu wenig aktive Kameraden zur Verfügung stehen, und zum anderen  keine Führungskräfte mehr vor Ort sind. Wehrleiter Wolfgang Gühnes Berufung ist ausgelaufen, zudem ist er mit 67 Jahren laut Gesetzgeber nicht mehr für den aktiven Dienst einsetzbar (Volksstimme berichtete).

„Das Auflösen einer Feuerwehr ist eine Sache, die ein Stadtrat nicht gerne sieht“, sagte Einheitsgemeinde-Bürgermeister Karsten Ruth. So radikal wie  es klingt, solle die Ausführung allerdings nicht werden. Komplett verschwinden soll die Feuerwehr aus dem Dorfgeschehen nämlich nicht. So soll Hagenau als Standort einer Feuerwehr– der Feuerwehr Packebusch – vorgehalten werden. Ruth hofft, dass die Kameraden dies Idee unterstützen.  „Für einen Zeitraum  können wir den Standort unterhalten, als Zeichen, dass wir die Kameraden mitnehmen möchten  und auch brauchen.“

Im Gegensatz zur eigenständigen Feuerwehr, wie Hagenau es bisher war, beziehungsweise zu einer Löschgruppe – beides bedarf  Führungskräfte – könne der Standort einer Feuerwehr ohne Feuerwehrleitung bestehen, wie Stadtwehrleiter Jörg Kämpfer erläuterte.

Kleinster Grundschutz ist noch vorhanden

Konkret bedeutet dies, dass für Hagenau Brandschutz und Hilfeleistungen  nun durch die Ortsfeuerwehr Packebusch  abgesichert werden. Dies ist innerhalb der zeitlichen Fristen möglich, da beide Orte nur rund 2,5 Kilometer auseinanderliegen. Der Standort einer Feuerwehr birgt für Hagenau aber einen Vorteil. „Der kleinste Grundschutz ist dann noch vorhanden“, berichtete Kämpfer auf Nachfrage.

Dies bedeutet konkret, dass die Feuerwehrtechnik vor Ort bleibt. Im Erstfall können die Feuerwehrkameraden in Hagenau dann zur Rettungs- beziehungsweise Löschmaßnahme ausrücken und können somit bereits Hilfe anbieten, bevor die Kameraden aus Packebusch sowie die der benachbarten Wehren am Einsatzort eintreffen. Dies sei nicht Ungewöhnliches und werde andernorts auch so praktiziert, so Kämpfer.

Otto Wienecke, Ortsbürgermeister in Packebusch und Hagenau, begrüßte diesen Vorschlag. Er kritisierte jedoch, mangelnde Kommunikation im Vorfeld. So sollen die Kameraden von den Plänen zur Auflösung der Feuerwehr  durch den Aushang der Tagesordnung des Stadtrates erfahren haben. „Ich vermisse die Gespräche. Ich vermisse die Information“

Dies sei so nicht korrekt,  räumte Ruth ein. So gebe es beispielsweise Protokolle darüber, dass es im Januar dieses Jahres  Gespräche mit den Zugführern dazu gegeben habe.

„Der Ortschaftsrat und der Ortsbürgermeister haben keine Informationen erhalten. Wir wurden überrannt“, entgegnete Wienecke.

Dass die Feuerwehr Hagenau aufgelöst werden muss, bedauerte Jörg Kämpfer. „Die Gründung der Feuerwehren war damals die größte Bürgerbewegung. Auch heute ist uns  jeder Ort wichtig. Jeder“, betonte er.