Jävenitz l Die Jävenitzer Feuerwehr ist gut aufgestellt. So gut, dass die Kameraden nun immer häufiger zu Einsätzen in die Nachbarorte nach- alarmiert werden. „An der Einsatzstelle fordert man gern Ortsfeuerwehren nach, von denen man weiß, man hat genug Atemschutzgeräteträger und gut ausgebildete Leute“, sagte Stadtbrandmeister Sven Rasch dazu bei der Jahreshauptversammlung der Jävenitzer Feuerwehr am Sonnabend. Die Wehr verfügt unter anderem über 16 Atemschutzgeräteträger und elf Maschinisten.

Fünfmal wurde sie 2018 zur Verstärkung in andere Orte gerufen. Die Kameraden löschten einen Brand in Seethen, auf der Deponie, in Wollenhagen und Köckte und rückten zu einem Unfall am Segelflugplatz aus. Das berichtete Ortswehrleiter Sven Kozisnik in seinem Jahresrückblick.

Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 19 Einsätze (2017: 32). Darunter waren zwölf Brände, acht technische Hilfeleistungen und eine Übung. Durchschnittlich waren jeweils 11,5 Kameraden pro Einsatz vor Ort. In der Statistik gab es eine kleine Besonderheit: „Sechs Einsätze fielen auf einen Montag und keiner auf einen Sonntag. Der Sonntag ist also auch bei der Feuerwehr ein Ruhetag“, merkte Kozisnik augenzwinkernd an.

Hin und Her um das neue Fahrzeug

Etwas Ärger war Kozisnik immer noch anzumerken über das Hin und Her rund um das neue Feuerwehrfahrzeug, das die Jävenitzer Wehr im vergangenen Jahr erhalten hat. Anfang des Jahres hatten die Kameraden sich über die Auswahl der Bestückung des neuen HLF geeinigt, im Frühjahr fiel dann die Entscheidung, dass die Jävenitzer das bisher von der Köckter Wehr genutzte Fahrzeug bekommen sollen. Bis Oktober dauerte es, bis die Jävenitzer das Fahrzeug erhielten – allerdings in einem Zustand, der ausgesprochen unbefriedigend war. Erst im November konnte das Fahrzeug dann in Dienst gestellt werden, nachdem die Feuerwehrleute eine Menge technische und Säuberungs-Arbeit hineingesteckt und schließlich noch eine neue Leiter angebracht hatten.

120 Jahre im Einsatz

Ein weiteres Ereignis war die Sanierung des zweiten Teils der Fahrzeughalle – und ein Fest, das bei all der Arbeit beinahe im Bericht vergessen worden wäre: Die Jävenitzer Feuerwehr hat ihr 120-jähriges Bestehen gefeiert. Ein großes Lob gab es für die Präsentation der Feuerwehr-Historie, die Maik Matthies und Torsten Schoof erstellt hatten. Die beiden wollen nun eine Dokumentation der Wehr vorbereiten und bitten um weiteres Bildmaterial aus der Bevölkerung. Eine große Tüte mit Fotos und Dokumenten, die der Heimatverein gesammelt hat, konnte der Wehrleiter bereits übergeben.

Die Wehr hat derzeit 83 Mitglieder, drei mehr als im Jahr 2017. Darunter sind 36 Aktive, von denen 30 (sieben Frauen, 23 Männer) in der Einsatzabteilung sind. Die Alters- und Ehrenabteilung hat 14 Mitglieder (acht Frauen, sechs Männer).

Viele Fortbildungen

Einen hohen Stellenwert hat die Ausbildung der Einsatzkräfte. Wie der stellvertretende Wehrleiter Andreas Kutschfeldt berichtete, haben im vergangenen Jahr vier Kameraden an der Landesfeuerwehrschule Heyrothsberge die Fortbildung ABC-Einsatz absolviert, vier die Fortbildung zum Gruppenführer und jeweils einer zum Zugführer, Gerätewart und Sicherheitsbeauftragten.

Ferner gab es über den Landkreis eine Fortbildung zum Masschinisten, viermal wurde eine Sprechfunk-Fortbildung absolviert, zweimal der Truppführer-Lehrgang und einmal eine Fortbildung für Stadt- und Gemeindewehrleiter. Über die Gemeinde wurden zwei neue Atemschutzgeräteträger ausgebildet, und ein Kamerad absolvierte einen Erste-Hilfe-Kurs. 46-mal trafen sich die Kameraden zu ihrem Mittwochsdienst, es gab zwei Ganztagesausbildungen.

Insgesamt gab es 1305 Ausbildungsstunden, das sind durchschnittlich 40,8 Stunden für jeden aktiven Kameraden.

Etwas unzufrieden war Kutschfeld aber mit der Beteiligung an den Diensten: „Leider wird das unentschuldigte Fernbleiben immer mehr zum Problem. Planungen sind so schwer möglich. Jeder Kamerad sollte daran denken, sich rechtzeitig abzumelden“, mahnte er.

Starke Jugend- und Kinderfeuerwehr

Stolz ist die Jävenitzer Feuerwehr auf ihren Nachwuchs. In der Jugendfeuerwehr gibt es derzeit 16 Mitglieder, in der Kinderfeuerwehr verrichten 18 Jungen und Mädchen Dienst. Inzwischen ist die Kinderwehr so stark gewachsen, dass bald keine neuen Anwärter mehr aufgenommen werden können.

Für die Jugend trug die 13-jährige Josefine Richen in der Jahreshauptversamnmlung der Feuerwehr den Bericht vor. Zu den Höhepunkten zählten die Eisrettung, der Orientierungsmarsch in Berge, bei dem die Jävenitzer die Plätze drei, 17 und 21 belegten, der Umwelttag und ein dritter Platz im Volleyball beim Sporttfest. Mit dem ersten und vierten Platz beim Löschangriff kehrten die Jugendlichen aus Hottendorf heim. Beim Wettkampf in Berge wurden die Jävenitzer Zweite, in Wernstedt gab es einen zweiten und elften Platz beim Löschangriff und einen zweiten Platz bei der Schlauchstafette.

Zeltlager in der Reithalle

Spannend waren die Zeltlager in Kakerbeck und Hameln, wobei das Kakerbecker Lager für den Feuerwehrnachwuchs mit einem Schock startete: Bedingt durch den Sturm war Zelten draußen unmöglich, „aber dank der Improvisation der Lagerleitung fand ein Indoor-Zeltlager statt", berichtete Josefine Richen. Die Feuerwehrjugend verlegte das Lager einfach in die Reithalle. Vorteil: Man brauchte keine Heringe in den Boden zu treiben. Nachteil: Der Staub in der Luft und später auch an den Zelten. Unvergesslich.

Bei der Kinderfeuerwehr (vier Mädchen, 14 Jungen), sind für den nächsten Monat noch drei Aufnahmen zugesagt. Dann müsse allerdings ein Aufnahmestopp erlassen werden, „weil wir räumlich begrenzt sind", sagte Kinderwart Dietmar Kutschker. Die Kinder hatten im vergangenen Jahr 44 Dienststunden geleistet. Höhepunkte waren der Besuche der Feuerwehr Stendal, das Zeltlager in Potzehne und die Ganztagesausbildung mit Übernachtung im Gerätehaus.