Naturschutz

Gardelegener Schachbrettblumen - ein Blick zurück

Wally Schulz engagiert sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich für Gardelegen und freut sich, dass das Biotop mit den Schachbrettblumen am Rienbeckweg wieder in den Fokus gerückt worden ist.

12.05.2022, 12:15
Eine Foto-Collage von der farblichen Vielfalt der Schachbrettblumen auf dem Flächennaturdenkmal am Gardelegener Rienbeckweg.
Eine Foto-Collage von der farblichen Vielfalt der Schachbrettblumen auf dem Flächennaturdenkmal am Gardelegener Rienbeckweg. Frank Palmdorf

Gardelegen (vs/ew) - „Es ist sehr zu begrüßen, dass aufmerksame Naturschützer sich bemühen, dieses seltene Vorkommen zu beschützen und für eine sachgemäße Pflege des Biotops sorgen wollen.“ Die Gardelegenerin Wally Schulz hat den Bericht über die fast verschwundenen Schachbrettblumen mit großem Interesse gelesen, ließ sie die Volksstimme-Redaktion wissen. Denn sie kennt das besondere Vorkommen am Rienbeckweg bereits viele Jahre.

Wie die 87-Jährige berichtete, wurde schon zu DDR-Zeiten viel Mühe zur Pflege dieser Fläche von drei Männern in Eigeninitiative geleistet. „In den 80er Jahren waren das Dr. Gerhard Schulz aus Gardelegen, Apotheker Höhn aus Uchtspringe und der LPG-Vorsitzende Richter aus Börgitz, die die völlig verschilfte Fläche mit Sensen freischnitten.“ Das Ergebnis sei überwältigend gewesen, denn für mehrere hundert blühende Schachbrettblumen war wieder Lebensraum geschaffen worden. Fotos aus dem Jahr 1984 seien heute noch Zeugen.

Eigeninitiative zur Bewahrung zu DDR-Zeiten

Bei der für die Fläche zuständigen Behörde ernteten die drei Männer damals für die Aktion zwar nur Achselzucken, aber der Erfolg war ja sichtbar. Da die Fläche schon immer sumpfig war, bot sie natürlich keinen Grünfutterertrag für die LPG. Deshalb war sie nicht relevant.

Ältere Gardelegerinnen erzählten damals, so Schulz, dass vor der Bewirtschaftung der Wiesen am Gardelegener Rottweg, also auf der anderen Seite der Milde, dort so viele Schachbrettblumen blühten, dass sie große Sträuße pflücken konnten. Durch die Trockenlegung und Düngung verschwanden die Pflanzen dort aber vollständig. Nur auf dem feuchten Standort am Rienbeckweg blieben sie erhalten und könnten nun mit der nötigen Pflege der Fläche weiter zur Freude aller gedeihen.

In den vergangenen Jahren hatten zum Glück, wie Schulz findet, Naturschützer immer wieder ein wachsames Auge auf diese besonderen Pflanzen und die Pflege der Fläche. Und die Anregung von Tilo Mottschall vom Verein Ipse excitare sorge sicher für Aufmerksamkeit bei den Verantwortlichen. Andere Orte zeigen doch auch ihre besonderen Pflanzen und Naturdenkmale, steht sie den Plänen des Vereins positiv gegenüber. Diese sind, die Schachbrettblumenwiese, wenn sie in voller Blüte steht, gemeinsam mit der Stadt für den sanften Tourismus zu vermarkten, dafür ein Konzept zu erarbeiten und im kommenden Jahr als Projekt für eine Leader-Förderung bei der neuen LAG (Lokale Aktionsgruppe) Westliche Altmark einzureichen.

Mit der gebotenen Vorsicht und Rücksichtnahme könnte das auch am Rienbeckweg bei der Hansestadt Gardelegen gelingen, hofft Schulz.