Kalbe l Etwas indiskret waren Umweltschützer Mario Firla und Michael Arens, Leiter der Vienauer Ortsgruppe des Naturschutzbundes Deutschland (NABU). Gemeinsam sahen sie den Weißstörchen in den Ortschaften des Altkreises Kalbe in die Nester. Adebar nahm ihnen dies nicht übel. Und so sind die aktuellen Zahlen rund um das Brutgeschehen bekannt.

31 Storchennester gibt es im Altkreis Kalbe, davon sind sechs nicht besetzt. Das haben Mario Firla und Michael Arens am Wochenende während ihrer jährlichen Gelegekontrolle gezählt. Drei Nester waren ohne Eier. Dennoch kann sich das Gesamtergebnis sehen lassen. Die Naturschützer entdeckten 77 Eier, wobei aus einigen von ihnen bereits Küken geschlüpft sind. Insgesamt acht junge Störche konnten Firla und Arens entdecken. Und es können sogar noch mehr als insgesamt 77 Eier sein, denn in Kalbe, im Gelege Dohse, und in Jeggeleben ist der Altstorch für die Kamera nicht aufgestanden, teilte Arens mit. Somit konnte nicht festgestellt werden, wie viele Eier im Nest liegen.

Durch Trockenheit fehlen Amphibien

Rein ernüchternd dürfen diese Zahlen des Brutgeschehens aber nicht betrachtet werden. „Die Eierzahlen liegen knapp unter 2019, 2018, 2017 nur 2016 waren mit 76 Eier etwas weniger gezählt“, schätzt Michael Arens ein. Wobei in diesem Jahr in der Kalbenser Region sogar zwei Paare mehr brüten als im Jahr 2019. Daraus erfolgt das Fazit: „Also ist der Durchschnitt 2020 etwas geringer als 2019.“

Der Vienauer vermutet, dass die geringe Anzahl an Storcheneiern in dieser Saison auf das Nahrungsangebot zurückzuführen ist. „Durch die Trockenheit im Frühjahr fehlen die Amphibien und Regenwürmer.“ Das sonnige Frühjahrswetter im März und April hat sich jedoch positiv auf das Zuggeschehen ausgewirkt. „Ein Großteil unsere Störche ist schon zeitig im Brutgebiet angekommen. Und haben so schon früh mit dem Brüten angefangen. Was sich auch darin zeigt, dass in drei Nester schon Junge vorhanden waren.“

Störche früh im Brutgebiet angekommen

So sind in Kakerbeck von insgesamt vier Eiern im Horst bereits zwei Jungen geschlüpft. Sie sind etwa vier Tage alt. Am 17. Und 18. März kam das Storchenpaar im Altmarkdorf an. Ebenfalls schon Junge im Nest hat das Storchenpaar in Kalbe – Gelege Rackow. Ende März kam es dort an. Das geschlüpfte Küken ist etwa vier bis fünf Tage alt. Drei weitere müssen noch schlüpfen. In Schenkenhorst sind schon alle fünf Eier ausgebrütet. Das Paar kam am 9. beziehungsweise 18. März dort an. Nun kümmert es sich um die Brutpflege. Fünf hungrige Schnäbel wollen mit Fröschen und dergleichen gefüllt werden.

Eine Besonderheit in diesem Jahr ist eine Neuansiedlung in Jeggeleben. Am 20. April trafen beide Störche dort ein. Wie hoch die Anzahl der weißen Ovale in ihrem Nest ist, bleibt aber zunächst noch abzuwarten, denn wie bereits beschrieben, erhob sich der Storch nicht für die Kamerafahrt. Mit jeweils fünf Eiern beziehungsweise Küken hat Familie Adebar in Büste, Schenkenhorst, Hagenau und Butterhorst den meisten Nachwuchs. Mitte März beziehungsweise Anfang April war in Butterhorst Storchenankunft. Eines der beiden Tiere wurde 2010 in Fermerswalde (Brandenburg) beringt und ist seit 2013 Brutstorch in Butterhorst.

Brut wurde in Engersen abgebrochen

Vier Eier sind jeweils in den Gelegen in Cheinitz, in Jeetze, Klein Engersen, Kremkau, Neuendorf am Damm, Baars, Berkau, Plathe und Poritz sowie wie bereits erwähnt in Kakerbeck und Kalbe (Rackow) vorzufinden. In Faulenhorst, Vahrholz und Brüchau wurden jeweils drei Eier im Gelege gezählt. Mitte März kam das Storchenpaar in Brüchau an. Eines der Tiere wurde 2013 in Dannenbüttel (Niedersachsen) beringt und wurde 2017 in Emden (Niedersachsen) beobachtet.

In Wustrewe lag nur ein Ei im Nest. In Zethlingen waren es zwei. In Winkelstedt und Vienau waren die Storchennester nicht besetzt. Ebenso beide Nester in Güssefeld sowie auf der Kalbenser Burg. In Karritz und in Thüritz landeten Anfang April zwar Störche. Eier sind dort über nicht abgelegt. In Güssefeld gibt es zwei Horste. Eines davon wurde neu aufgebaut. Im Mai wurde dieses gelegentlich von Störchen angeflogen. Niedergelassen hat sich dort aber kein Paar. In Engersen musste die Brut abgebrochen werden, da einer der beiden Störche verschwunden ist.

Beringung erfolgt am 20. Juni

Anhand der Beringung konnten weitere Fakten abgelesen werden. So war der Storch aus Neuendorf am Damm. 2006 in Neuhaus-Gülze (Niedersachsen), 2014 und 2015 in Lindstedt und 2016 in Nahrstedt bei Stendal. Auf dem Rackow-Nest sitzt ein Tier, das 2015 in Samswegen (Landkreis Börde) beringt wurde. 2018 brütete es in Vahrholz.

Die Beringung der Jungstörche im Altkreis Kalbe erfolgt am 20. Juni.