Feuerwehr

Großbrand in Faulenhorst

Für die Feuerwehren der Region Kalbe hat das neue Jahr einen weiteren Großeinsatz mit sich gebracht. Diesmal in Faulenhorst.

Faulenhorst l Brenzliger Geruch liegt über dem kleinen Dorf Faulenhorst. Gleich am Ortseingang aus Richtung Wernstedt schraubt sich eine Qualmwolke in den Nachthimmel. Der Dienstag (19. Januar) ist erst rund eine halbe Stunde alt, als die Feuerwehren der Region mit Sirenengeheul und Piepern alarmiert werden.

Es ist ein Großeinsatz der Stufe C, also der höchsten. Denn gemeldet worden ist der Brand eines Dreiseitenhofes mit eingeschlossenen Personen. Dieses Szenario bestätigt sich vor Ort nicht. Personen gilt es nicht zu retten. Ein Dreiseitenhof ist allerdings tatsächlich betroffen. Was dort brennt, ist das, was in der großen, massiv gemauerten Scheune lagert, die sich hinter dem Wohnhaus einer jungen Familie befindet. Es soll sich nach ersten Erkenntnissen unter anderem um Stroh und Arbeitsmaterialien handeln.

Die Feuerwehren – insgesamt 57 Einsatzkräfte aus Kalbe, Kakerbeck, Winkelstedt, Wustrewe, Wernstedt, Engersen, Karritz und Badel agieren gemeinschaftlich vor Ort – starten einen sogenannten Innen- und einen Außenangriff. Das heißt, dass ein Trupp unter Atemvollschutz in der Scheune Löscharbeiten ausführt. Zudem wird Wasser von außen und von verschiedenen Seiten auf das Gebäude aufgebracht. Dafür ist auch das Drehleiterfahrzeug aus Kalbe vor Ort, das zuvor unter gemeinschaftlicher Maßarbeit mehrerer Maschinisten durch die für diesen Fall recht schmale Toreinfahrt bugsiert worden ist. Auch von der Seite des früheren Faulenhorster Bahnhofes wird gelöscht.

„Allerdings“, so Einsatzleiter Ramón Rulff, der auch den Stadtwehrbereich Kalbe verantwortet, „ist die Wasserversorgung hier in Faulenhorst katastrophal.“ Es gibt demnach vor Ort nur eine Leitung mit zwei Hydranten. Doch das Wasserreservoir ist schnell erschöpft, sodass mit mehreren Tanklöschfahrzeugen ein Pendelverkehr von und nach Wernstedt eingerichtet werden muss. Im absoluten Notfall, so Ramón Rulff weiter, hätte eine lange Wegstrecke über anderthalb Kilometer zur nächsten Wasserentnahmestelle aufgebaut werden müssen. Doch soweit kommt es in dieser Nacht nicht. Die Feuerwehren schaffen es, den Brand mithilfe der Tanker-Inhalte unter Kontrolle zu bringen.

Auch die Polizei ist vor Ort. Für die Wehren der Region ist es bereits der zweite Großeinsatz des neuen Jahres. Erst am 9. Januar hatte im benachbarten Winkelstedt ein früherer Stall mit einem großflächigen Fotovoltaik-Dach und mit rund 80 Kubikmetern Altreifen darin gelodert. Weil das Feuer immer wieder aufgeflammt war, hatte es dort an den Folgetagen noch mehrere Einsätze gegeben. Im Fall Winkelstedt geht die Polizei von Brandstiftung aus. Wodurch der Brand in Faulenhorst entstanden ist, das ist noch zu klären.