Gardelegen l Wer hier Äpfel kauft, weiß: Die kommen nicht aus Neuseeland oder Chile, sondern aus der Nähe. Wer sich das Kochen sparen will: zweimal wöchentlich gibt‘s hier Alternativen am Stand. Und wem langweilig ist: Auf dem Wochenmarkt trifft man immer irgendeinen Bekannten. Dienstags und donnerstags ist Leben im Gardeleger Stadtzentrum. Dann sind Gurken-Micha und Kollegen da, und an ihren Ständen gibt es so manches Schnäppchen zu machen.

Eigentlich ein gutes Angebot. Doch in den vergangenen Jahren sei das Interesse am Wochenmarkt immer mehr zurückgegangen, beklagen die Mitglieder des Gardeleger Gewerbevereines. Woran es liegt, dem wollen sie nun auf den Grund gehen. Gemeinsam mit der Stadt wurde ein Umfrageflyer zusammengestellt, der die Bedürfnisse der Kunden ausloten soll.

Mehr Kurzzeitparkplätze

Seit dieser Woche bekommen sie deshalb mit der Wursttüte, dem Kaffee-To-Go oder dem Doppelpack Socken auch das dreifach gefaltete DIN-A-4-Blatt in die Hand gedrückt. Darauf können Kunden bis zum 19. April bewerten, wie wichtig ihnen der Wochenmarkt ist, ob die bisherigen Wochenmarkttage Dienstag und Donnerstag gut gewählt sind, oder auch, ob eine Marktausweitung bis in die Nachmittagsstunden oder weitere Imbissangebote gewünscht werden.

Gefragt wird zudem nach der Art der Stände, die die Kunden gern hätten. Einige Möglichkeiten, neben den vorhandenen wie zum Beispiel Imkerbedarf, Haushaltswaren oder Dekoartikel, werden vorgeschlagen. Aber die Kunden dürfen auch selbst kreativ werden. Am Ende können dann sogar Schulnoten für den Wochenmarkt vergeben werden. Hinweise und Anregungen sind ebenfalls gefragt.

Und von denen hat Carsten Gruhn schon mal ein paar parat. Immer dienstags steht der Stendaler nämlich mit seinem Textilstand auf dem Gardeleger Rathausplatz und wünscht sich vor allem „mehr Kurzzeitparkplätze“ – nahe am Marktgeschehen. Die Poller als Durchgangssperre zur Thälmannstraße würde er deshalb an den Markttagen runterfahren und so weitere Parkmöglichkeiten schaffen. Das, so glaubt Gruhn, würde mehr Kunden anlocken und die Innenstadt beleben. „In Wolmirstedt hat man das so gemacht, und es hat sich gelohnt.“

Freundliche Worte

Wünschen würde sich Gruhn zudem, dass die Händler untereinander und auch die Stadt und der Gewerbeverein „weniger gegeneinander und lieber mehr miteinander arbeiten“. Deshalb gibt es von ihm für die neue Umfrage auch ein dickes Lob: „So was hätte schon längst mal gemacht werden müssen“, betont er, „mittlerweile sterben die Markthändler nämlich so langsam weg.“ Dass sich mit neuen Angeboten auch neue Kunden finden, daran glaubt er übrigens fest. „Das hier auf dem Markt hat nichts mit dem Internet zu tun“, versichert er. Gerade die älteren Kunden bestellen schließlich nicht online. Und so freundliche Worte, wie von den Händlern, gibt‘s ohnehin nur von Angesicht zu Angesicht – „eben auf‘m Markt“.