Zichtau l Schwammerln mit Gamsschulter und reichlich Rotwein und vielen Gewürzen – das Rezept gab es beim Hubertuskonzert am Sonntagnachmittag im Rinderstall auf Gut Zichtau gratis dazu. Aber wie kommt man im altmärkischen Flachland zum Gamsbraten? Und auch das erfuhr das Publikum im ausführlichen Exkurs von Klaus Kamper von den Mildetaler Parforcehornbläsern. Gar nicht so einfach, wie der aus Donauwörth stammende Landwirt, der heute in Köckte zu Hause ist, erläuterte, denn zur Gamsjagd müsse man ins Gebirge, hoch hinauf weit über die Baumgrenzen hinweg. Und wenn einem das Jagdglück hold sei und man eine Gams erwischt habe, müsse man natürlich auch wieder hinunter – mit der schweren Gams im Rücksack. Das Publikum amüsierte sich prächtig und war beeindruckt vom Hubertuskonzert der Mildetaler Nachwuchsjagdhornbläser und der Parforcehornbläser.

Ursprünglich sollte es ein Konzert der Generationen sein, wie Parforcehornbläser Detlev Riesner, der den zweiten Teil des Konzertes, unter anderem mit der Liturgie der Hubertusmesse, mit Volksliedern und klassischen Weisen moderierte, erzählte. Das hätte es zwar auch getroffen, denn auf der Bühne im Rinderstall standen in der Tat mehrere Generationen vereint, aber mit Blick auf den bevorstehenden Geburtstag des Heiligen Hubertus am 4. November habe man sich dazu entschieden, zum Hubertuskonzert einzuladen.

Publikum im ausverkauften Rinderstall begeist

Und dieser Einladung war zahlreich Folge geleistet worden. Freie Plätze waren im Rinderstall kaum noch zu finden. Und die musikalischen Leistungen der Nachwuchsbläser – einige Kinder sind erst wenigen Wochen dabei – waren beeindruckend. Und natürlich auch die Leistung der Parforcehornbläser unter der Leitung von Hornmeister Rüdiger Kass, der auch den Bläsernachwuchs unterrichtet.

Bilder

Die Moderation des ersten Teils des Konzertes hatte Otto Volber übernommen. Und der nahm das Publikum mit auf eine Feldjagd auf Hasen. Die Nachwuchsbläser präsentierten gemeinsam die wichtigsten Jagdsignale, wie Aufbruch zur Jagd, Sammeln der Jäger, Jagd vorbei, Hase tot und die Einladung zum Schüsseltreiben, wobei die jüngsten Bläser dem Publikum musikalisch erzählten, was es dabei gibt, nämlich Kartoffelsupp.

Sehr schön und stimmungsvoll präsentierten die Parforcehornbläser dann Werke wie das Echo der Vogesen, die Wachtelfanfare, den Freischütz und den Jägermarsch Nummer 1 und 3, wobei die Nummer 3 in Jägerkreisen auch als musikalische Aufforderung für „noch ein Bier, noch ein Bier“, gelte, wie Riesner schmunzelnd anmerkte.

Vordere Plätze bei Bundesausscheiden

Die Parforcehornbläser sind seit vielen Jahren nicht nur in der Altmark aktiv. Sie haben sich weit über die Region hinaus einen Namen gemacht. Die Mildetaler nehmen auch regelmäßig an Bundesausscheiden teil. „Und belegen dabei immer vordere Plätze. Einmal war es auch ein dritter Platz“, betonte Alt-Kreisjägermeister Alfred Matthes. Mittlerweile sei Hornmeister Rüdiger Kass sogar ins Richtergremium für die Bundesausscheide berufen worden. „Das wird nicht jedem zuteil. Das ist eine hohe Auszeichnung“, lobte Matthes.

Und dass die neun Männer und mit Jana Ludwig eine Frau musizieren können und ihr musikalisches Handwerk verstehen, das konnte das Publikum beim Hubertuskonzert auf Gut Zichtau einmal mehr erleben, ebenso die Nachwuchsjagdhornbläser. Am Ende wurden sie gefeiert wie die kleinen Stars.

Vor dem Konzert, in der Pause und nach dem Konzert sorgte das Team des Zichtauer Gutes unter anderem für Kaffee, Kuchen, Bratwurst vom Grill und für Getränke.