Letzlingen l In Reih und Glied standen am Sonnabendmittag die Mitglieder des Heimatvereines Letzlingen im Innenhof des Schlosses, um die Gäste zu dem besonderen Anlass zu begrüßen. „Wir haben uns hier heute versammelt, um zum 22. Mal die letzte Kaiserjagd Seiner Majestät Kaiser Wilhelm I. nachzustellen“, hieß es.

Vor 132 Jahren

Die letzte Kaiserjagd in Letzlingen fand vor 132 Jahren statt. Karl Ulrich Kleemann, Vorsitzender des Heimatvereines Letzlingen, berichtete den Gästen von diesem Ereignis: „Am 13. November 1886 weilte Seine Majestät Kaiser Wilhelm I. zum letzten Mal zur Kaiserjagd in Letzlingen in seinem 90. Lebensjahr. Es regnete in der Nacht vom 12. auf den 13. November so sehr, dass das Frühstück im Schloss zu sich genommen wurde und man an dem Tag erst um 10.30 Uhr losritt, anstelle von 9 Uhr.“ An den Besuch des Kaisers erinnert ein Findling, der sogenannte Kaiserstein, der 1890 zu Ehren des 1888 verstorbenen Wilhelm I. im Letzlinger Wald aufgestellt worden war. Gestiftet hatten ihn die Beamten der fünf Oberförstereien der umliegenden Region. Die Inschrift von Bildhauer Ferdinand Karl Pflaumenbaum aus Gardelegen ist heute kaum mehr zu lesen.

An diesem Stein machten die per Kremser und Kutsche angekommenen Gäste Rast. Es gab wärmende Suppe, Getränke und Kuchen, gebacken von den Altmärker Landfrauen, Ortsgruppe Letzlingen/Wannefeld. Musikalische Begleitung gab es von den Jagdhornbläsern sowie vom Männergesangverein Letzlingen 1876. Geschmückt hatten die Vereinsmitglieder den Ort des Geschehens mit einem Bildnis des Kaisers, mit Fahnen jener Zeit, einer Jahrestafel und einer Standarte.

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