Gardelegen l „Ich sehe darin einfach eine sehr große Bereicherung für uns und die Jugendlichen.“ Das machte Andrea Sommer, Projektleiterin im Schönebecker Jugendclub „Young Generation“, der sich in Trägerschaft des Schönebecker Vereins „Rückenwind“ befindet, kürzlich in Gardelegen deutlich. Die Pädagogin war zusammen mit Mitarbeitern und Jugendlichen, die ihre Freizeit sonst in den Räumlichkeiten der Einrichtung in der Elbestadt verbringen, zu Besuch in der Altmarkstadt.

Getroffen haben sie sich mit Martin Holz, Leiter des Jugendclubs „Mood“ in Gardelegen, sowie Jugendlichen, die wiederum den Gardelegener Club in ihrer Freizeit besuchen. „Ziel ist es, dass wir demnächst auch nach Schönebeck fahren und so eine Kooperation zwischen beiden Clubs entstehen könnte“, freute sich Martin Holz. Zusammen, da ist er sich sicher, ließen sich mit Sicherheit auch verschiedene Veranstaltungen und Thementage kreieren, die dann gemeinschaftlich veranstaltet werden könnten. Andrea Sommer sieht darüber hinaus noch weitere Vorteile im möglichen Austausch. „Der Jugendclub in Gardelegen ist mit einem Musikraum oder Fitnessraum ausgestattet.“ Das sei zwar in Schönebeck aufgrund der Räumlichkeiten aktuell nicht möglich. Jedoch freue sie sich darüber, sich von den Ideen der Gardelegener inspirieren lassen zu können.

Austausch geplant

Nach einem mehrstündigen Besuch in der Einrichtung und einem gemeinsamen Mittagessen ging es für die Jugendlichen aus Schönebeck und Gardelegen zur Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe. „Wir möchten den Jugendlichen einfach vermitteln, wie wichtig es ist, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen“, erklärte Martin Holz. So erfuhren diese, dass dort am 13. April vor 75 Jahren 1016 KZ-Häftlinge aus den Konzentrationslagern Mittelbau-Dora und Hannover-Stöcken nach einem qualvollen Fußmarsch in eine Scheune getrieben und verbrannt, erstickt oder erschossen worden waren.

Für die Jugendlichen aus Schönebeck war es nicht das erste Mal, dass sie sich mit den Gräueltaten des Zweiten Weltkriegs auseinandergesetzt haben. So erinnern Stolpersteine schon an vielen Stellen in Schönebeck an die Schicksale, die Juden erlitten, die einst in der Elbe-Stadt gelebt haben.

Geocaching-Route

„Wir wollten das noch greifbarer und erlebbarer für Kinder und Jugendliche machen und kamen so auf die Idee, eine Geocaching-Route, die sich speziell mit einer Familie beschäftigt, in Schönebeck zu installieren“, erzählte Stefan Meier vom Verein „Rückenwind“ bereits vor einigen Jahren im Gespräch mit der Volksstimme.

Ausgesucht habe man sich dafür die Familie Lübschütz. An insgesamt acht Stationen, die mittels eines GPS-Gerätes und dem Lösen von Fragen in der Altstadt Schönebecks gefunden werden können, erfährt man, wie die Familie in Schönebeck lebte und welches Schicksal sie ereilte. Einige der Stationen sind beispielsweise der Frisör der Familie, in dem sie nach der Machtübernahme der Nazis nicht mehr frisieren durfte, die Badeanstalt, in die sie nicht mehr eingelassen wurde, oder aber auch die Mädchenvolksschule, die Jutta Lübschütz besucht hat.

„Vielleicht könnten wir dann zusammen genau diese Route mit den Jugendlichen ablaufen, wenn ihr uns besucht“, schlug Andrea Sommer vom Jugendclub „Young Generation“ vor. Mood-Leiter Martin Holz zeigte sich sehr interessiert und ist gespannt, ob und wie die beiden Jugendclubs in der kommenden Zeit zusammenarbeiten werden.