Jerchel l Raimund Punke ist seit 45 Jahren Landwirt. Eine solche Dürre wie in diesem Sommer 2018 hat er noch nicht erlebt. „2003 hatten wir schon mal ein Dürre, aber längst nicht in dieser Dimension“, erzählt der Chef der Milcherzeugergenossenschaft Klötze im Volksstimme-Gespräch. Allein in der Pflanzenproduktion der Genossenschaft gehe es um einen Verlustbetrag von einer halben Million Euro.

Die Raps- und Getreideernte sei abgeschlossen, wesentlich früher als sonst. Die Ertragseinbußen liegen durchschnittlich bei 50 Prozent. Das Gras sei total verdorrt. In diesem Jahr sei auch nur ein Schnitt möglich gewesen. Für ein Unternehmen, das zu 70 Prozent von der Milch lebt, eine Katastrophe, schildert Punke. Die Ausfälle beim Mais seien derzeit noch nicht abzuschätzen. Wenn überhaupt Kolben ausgebildet werden, dann höchsten bis zu einem Drittel der normalen Frucht. Fest stehe, der Futterwert werde bei weitem nicht erreicht. „Wir haben im vorigen Jahr Reserven angelegt. Und das war die richtige Entscheidung“, betont Punke, zugleich Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Salzwedel.

Leben von der Hand in den Mund

Aber das könnten längst nicht alle Landwirte. Es gebe viele, die von der „Hand in den Mund“ lebten. Jeder Tierproduzent müsste sich einen Vorrat anlegen, um ein Jahr überbrücken zu können. Möglich wäre natürlich, Futter zu kaufen. Allerdings würden jetzt, wo das Futter knapp ist, die Preise so richtig in die Höhe schnellen.

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In den Ställen der Klötzer Milcherzeugergenossenschaft stehen 1200 Milchkühe und noch einmal 1000 Kühe für die Nachzucht. Bewirtschaftet werden 1600 Hektar, hauptsächlich für den Futteranbau.

Bei der monatelangen Dürre – seit April hat es kaum nennenswerte Niederschläge gegeben, nütze es auch nicht viel, wenn EU-Regelungen, wie für die ökologischen Brachflächen, vorübergehend aufgehoben werden. Die dürften sonst nur einmal im Jahr gemäht werden. Diese Flächen könnten für die Futterproduktion genutzt werden. Das sei im Gespräch „Aber auch dort ist alles verbrannt, was soll man da ernten“, fragt sich Punke. Ebenso soll der Zwischenfruchtanbau für die Futterproduktion genutzt werden. „Was soll ich denn da reinlegen in den Staub?“ Dennoch habe die Genossenschaft auf einer Fläche von 300 Hektar noch mal Gras ausgesät. Wir hoffen auf Regen“, sagt Punke, dessen Hauptlektüre zurzeit die Wetter-Apps sind. Der Blick geht oftmals sorgenvoll gen Himmel. „Denn lange halten wir das nicht mehr durch“, weiß Punke.