Gardelegen l „Oh, ein Pferd!“ „Nein, es sind sogar zwei.“ Überraschte und freudige Rufe waren gestern auf dem Schulhof der Gardelegener Wander-Förderschule für Geistigbehinderte zu hören, als die Schüler den Wallach Glenn und seinen tierischen Freund, Shetlandpony Bömmi, entdeckten.

Feier an der frischen Luft

Dort wurde nämlich der Martinstag begangen, ein wenig anders als in den Jahren zuvor, draußen an der frischen Luft und mit Abstand, aber aufgrund des tierischen Besuches mit einer gelungenen Überraschung. Und für die hatte Lehrerin Astrid Läsecke gesorgt, die gemeinsam mit weiteren Kollegen sowie den Schülern der Oberstufe und einer Klasse der Mittelstufe diesen Tag im Rahmen eines Projektes vorbereitet hatte. Sie konnte für die Umsetzung der Martinsgeschichte die Zichtauerin Madlen Brückner gewinnen, das Projekt mit ihren Pferden zu unterstützen, so dass Martin, dargestellt von Lukas Görke, stilecht als Offizier auf die imaginäre Bühne reiten konnte.

Dort traf er auf die Bettler, mit denen er Brot und seinen Mantel teilte, um später unter dem Sternenhimmel zu entscheiden, nicht weiter als Offizier zu leben, sondern sein Leben dem Wohl anderer zu widmen. Er ließ sich taufen und wurde zum Bischof geweiht.

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Erinnerung an Schulregeln

Und dieses „Kümmern um andere“ ist auch in den Schulregeln der Förderschule verankert, wie Astrid Läsecke am Ende noch einmal deutlich machte. Auf diese wollten sie und die Laienschauspieler die anderen Schüler mit dem darauf zugeschnittenen Martinsstück noch einmal aufmerksam machen. „Achtet auf eure Mitschüler, geht sorgsam miteinander um“, so Läsecke.

Zu den Schulregeln gehöre, wie sie sagte, auch das Teilen, das im Anschluss ganz praktisch umgesetzt wurde – natürlich unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln, die auch bei der kurzen Vorstellung strikt beachtet wurden. Die Klassenstufen blieben als Gruppe unter sich, was aufgrund der Schulhofgröße gut möglich war. Jede Klassenstufe erhielt ihre Schüssel mit Martinshörnchen, die im Vorfeld die Schüler der Mittelstufenklasse M2B mit den ehemaligen Kolleginnen Waltraud Jelinski und Birgit Krüger gebacken hatten. Anschließend zogen sie auch gruppenweise mit den selbst gebastelten Laternen durch den dunklen Schulkeller.

„Es ist wichtig, dass bestimmte Traditionen weitergetragen werden“, erklärte die Schulleiterin Sabine Kauerhof, „und zwar trotz Corona“. Deshalb fand das Martinsfest auch statt, das im November im Kalender der Bildungseinrichtung einen festen Platz hat und immer von den Schülern der Ober- und Mittelstufe im Rahmen eines Projektes vorbereitet wird.