Orgelgeburtstag

Mit Händen und Füßen: Besonderes Orgelkonzert von Iris und Carsten Lenz in der Schenkenhorster Kirche

140 Jahre alt ist die Orgel in der Schenkenhorster Kirche. Zum sprichwörtlichen alten Eisen gehört sie aber noch lange nicht, wie das Orgel-Duo Iris und Carsten Lenz aus Wiesbaden bewies. Die Musiker ließen die Königin der Instrumente auf ihre ganz spezielle Weise erklingen.

Von Christina Dietmann
Ein Orgelfeuerwerk für vier Hände und vier Füße, das gab es jetzt in der Schenkenhorster Kirche mit dem Duo Iris und Carsten Lenz.
Ein Orgelfeuerwerk für vier Hände und vier Füße, das gab es jetzt in der Schenkenhorster Kirche mit dem Duo Iris und Carsten Lenz. Foto: Christina Dietmann

Schenkenhorst - Die Dorfkirche in Schenkenhorst war überbordend mit Blumen geschmückt, denn schließlich gab es einen Geburtstag zu feiern. Und es ist ja nicht alle Tage, dass man 140 Jahre alt wird. Aus dem Jahr 1881 nämlich stammt die Schenkenhorster Orgel, die vor einigen Jahren eine umfassende Sanierung erhalten hat und seither regelmäßig für Konzerte genutzt wird.

Beinah schon Stammgäste in dem kleinen Altmarkdorf sind Iris und Carsten Lenz, das Orgel-Duo aus Wiesbaden. Mit vier Händen und vier Füßen verzauberten sie am Montagabend gleich zweimal ihr Publikum in der gut besuchten Kirche. Jeweils ab 17 und ab 19.30 Uhr spielten sie ihr „Orgel-Feuerwerk“, bei dem sie vor allem Musik zum Besten gaben, die eigens für Orgel zu vier Händen und vier Füßen geschrieben wurde. Es ist ja doch eine eher ungewöhnliche Art, die Königin der Instrumente zu spielen. Ungewöhnlich, aber beeindruckend, denn die Zuhörer konnten nicht nur den Klängen lauschen, sondern den Musikern auch beim Spielen zusehen, denn Füße und Hände wurden per Kamera auf eine große Leinwand übertragen, die im Altarraum der Kirche aufgebaut war.

Kompositionen aus aller Herren Länder

Man konnte meinen, auf der Orgelbank säße ein einziges Wesen mit vier Händen und vier Füßen, so gut waren die Musiker aufeinander eingespielt. Iris und Carsten Lenz nahmen ihre Zuhörer mit auf eine geografische und zeitliche Reise, denn es erklangen Komponisten aus aller Herren Länder, und gleichzeitig schlug das Programm einen Bogen vom Barock bis in die Gegenwart. Es gab gänzlich unbekannte Melodien zu hören von Komponisten wie Johann Christoph Keller aus Deutschland oder Samuel Wesley aus England, aber auch Stücke mit Ohrwurmcharakter, wie zum Beispiel die Variationen zu „Auld Lang Syne“ des amerikanischen Komponisten Eugene Thayer.

„Sie werden feststellen, dass die nun folgenden Komponisten alle noch leben“, führte Carsten Lenz in die zweite Hälfte des Konzerts ein. „Aber machen Sie sich keine Sorgen, man kann das gut anhören.“ So erklang eine Suite des kanadischen Komponisten Denis Bédard und „Charlie Dog Blues“ von Robin Dinda. Der Amerikaner ist bekannt dafür, dass er Musik für seine Haustiere schreibt. Den furiosen Abschluss des Feuerwerkes machten die „Geburtstagsminiaturen“ von Carsten Lenz selbst. Hierbei schlug das Ehepaar noch einmal den großen Bogen und baute geschickt die Melodie von Happy Birthday in klassische Stücke von Bach, Mozart und anderen Komponisten ein.

Begeistertes Publikum erklatscht sich Zugabe

Das begeisterte Publikum erklatschte sich eine Zugabe – ein Stück nur mit den Füßen gespielt – und Anke Rother vom Gemeindekirchenrat überreichte den Musikern Präsente. Am Ausgang gab es CDs des Orgel-Duos zu kaufen, und manch einer konnte neben den Klängen auch noch einen Teil des Augenschmauses mitnehmen. Die Zuhörer bekamen nämlich die Blumensträuße geschenkt, mit denen die Kirche geschmückt war.

Zahlreiche Zuhörer hatten sich im Gotteshaus versammelt, um dem Klang der Orgel zu lauschen.
Zahlreiche Zuhörer hatten sich im Gotteshaus versammelt, um dem Klang der Orgel zu lauschen.
Foto: Christina Dietmann
 Anke Rother vom Gemeindekirchenrat begrüßte die  Künstler.
Anke Rother vom Gemeindekirchenrat begrüßte die Künstler.
Foto: Christina Dietmann