Gardelegen l Michelle Franke gehört zu den 14 Teilnehmern des Projektes Stabil, das junge Menschen in Ausbildung und damit auch in Arbeit vermitteln soll. Die 18-Jährige hat einen Realschulabschluss. Mit einer Berufsausbildung hat es bisher noch nicht geklappt. Sie habe zwar etliche Bewerbungen geschrieben, aber bisher ohne Erfolg. Eine berufliche Orientierung hat sie nun im Rahmen des Stabil-Projektes gefunden. „Ich möchte Einzelhandelskauffrau werden“, erzählte die fröhliche junge Frau gestern beim Tag der offenen Tür in der Stiftung Bildung Handwerk GmbH. Dieses Angebot hatten die Mitarbeiter des Bildungsträgers anlässlich des Deutschen Weiterbildungstages 2018, der stattfand, vorbereitet. Allerdings hielten sich die Besucherzahlen etwas in Grenzen. Bedauerlich, so Stabil-Projektleiterin Andrea Weder. So gab es dann für einzelne Besucher eben Sonderführungen.

Unter anderem konnte ein besonderes Mensch-ärgere-Dich-nicht-Spiel ausprobiert werden. Bei bestimmten Würfelpunkten mussten weitere Stationen wie Ringewerfen, Kopfrechnen oder Beruferaten absolviert werden. Das riesige Spiel ist übrigens ein Modell der Marke Eigenbau, entstanden in der Holzwerkstatt des Bildungsträgers. Vorgestellt wurde auch ein ganz neues Angebot: Eddi, das virtuelle Klassenzimmer für Weiterbildungszwecke mit über 330 Bildungsangeboten. „Das kann von Unternehmen genutzt werden“, erläuterte Andrea Weder. Die Nutzung sei aber auch über Bildungsgutscheine möglich.

Traditionelles Spiel mit Stationsbetrieb

Das Stabil-Projekt sei für junge Menschen bis zu 25 Jahren ausgelegt. Die Teilnehmer sollen eine berufliche Orientierung finden. „Wir vermitteln da ganz alltägliche Regeln. Das fängt bei Pünktlichkeit an, dass die jungen Leute überhaupt zur Arbeit gehen, bis hin zum Schreiben von Bewerbungen und Praktika“, erläuterte Weder. Die Teilnehmer mit Realschulabschluss könnten in der Regel sehr schnell vermittelt werden. 2018 hätten schon zwei Teilnehmer eine Ausbildung beginnen können – in der Kinderpflege und im Einzelhandel. Drei Teilnehmer seien derzeit in berufsvorbereitende Maßnahmen vermittelt worden. Darüber hinaus arbeite der Bildungsträger auch mit Menschen, die nur schwer vermittelbar wären. „Die Menschen wollen wir ans Tagesgeschehen wieder heranführen. Sie sollen wieder das Gefühl haben, gebraucht zu werden“, erläuterte Kirsti Gereke, die als Sozialpädagogin beim Bildungsträger beschäftigt ist. Dazu gebe es verschiedene Arbeitsangebote, unter anderem in der Hauswirtschaft, der Holz-und Bauwerkstatt und im grünen Bereich. Darüber hinaus ist der Bildungsträger auch in der beruflichen Rehabilitation tätig. Ein weiteres Feld sei die berufliche Einstiegsbegleitung von Achtklässlern in verschiedenen Schulen der Altmark, vor allem von Hauptschülern und Schülern mit Migrationshintergrund. Zuständig dafür sind Torsten Feindt und Frank Gleditzsch.

Der Bildungsträger ist deutschlandweit aktiv. Zum Verbund gehören unter anderem 15 Unternehmen.