Letzlingen l Es ist zwar eine Übergangslösung, allerdings für eine durchaus längere Zeit. Konkret bis zum Jahr 2020. Begründet vor allem durch altersteilzeitrechtliche Regelungen.

Denn der langjährige Leiter des Letzlinger Forstamtes, Gerhard Henke, hat die Altersteilzeit genutzt. Solange die Altersteilzeitphase läuft, sei auch die Forstamtsleiterstelle blockiert, erläuterte Thomas Roßbach gestern die aktuelle Lage. Er hat nun übergangsweise die Leitung des Letzlinger Betreuungsforstamtes übernommen. Er ist zugleich auch Leiter des Flechtinger Betreuungsforstamtes.

Claus Baum wird Funktionsingenieur

Dr. Claus Baum war nach dem Ausscheiden Henkes nach Letzlingen abgeordnet worden und hatte dort Leitungsaufgaben übernommen. Er ist nunmehr einer von zwei stellvertretenden Forstamtsleitern und als sogenannter Funktionsingenieur schwerpunktmäßig für den Waldschutz unter anderem mit Schädlingsbekämpfung zuständig, gemeinsam mit der Waldschutzbeauftragten des Forstamtes, Kattalin Brattig.

Zweiter stellvertetender Leiter und damit ganz neu im Betreuungsforstamt ist Roland Sterner. Er ist unter anderem für die Betreuung der Forstbetriebsgemeinschaften, gemeinsam mit den Revierförstern, verantwortlich.

Landesweit die meisten Revierleiterinnen

Seit Juni vorigen Jahres gibt es im Forstamt mit Christiane Reinäcke auch eine Büroleiterin. Drei Sachbearbeiter sind zudem im Forstamt tätig. Neun Revierleiter komplettieren das Team, darunter sind fünf Frauen. „Das Letzlinger Forstamt ist das Forstamt im Land mit den meisten weiblichen Revierleiterinnen“, betonte Thomas Roßbach. Es sei gut, dass nunmehr auch alle Reviere wieder besetzt seien, denn bei der Größenordnung der Reviere seien Ansprechpartner vor Ort ganz wichtig.

In Sachsen-Anhalt gibt es zehn Betreuungsforstämter, die für eine Fläche von 118 181 Hektar Wald zuständig sind. Über Betreuungsverträge mit privaten Waldeigentümern und Forstbetriebsgemeinschaften wird ein umfangreiches Leistungspaket erbracht. Unter anderem gehören dazu die jährlichen Betriebspläne, die Planung von Forstarbeiten, deren Leitung und Kontrolle, Waldschutz, Pflege, Brandschutz und vieles mehr.

Eine weitere Aufgabe sehen die Betreuungsforstämter auch in der Sensibilisierung der Kinder und Jugendlichen für Natur und Umwelt im Rahmen der Waldpädagogik. Dazu gehören beispielsweise das Waldfuchs- projekt für Kitas oder Waldjugendspiele für Grundschulen.

Das Gebiet des Betreuungsforstamtes Letzlingen gehört zu den Schwerpunktgebieten im Land. Es befindet sich im Gebiet der höchsten Waldbrandgefahrenklasse A. Und: „Aufgrund der großflächig vorhandenen Kiefernreinbestände in Verbindung mit jährlichen Regenmengen von 480 bis 600 Millimetern ist dieses Gebiet disponiert für Insektenkalamitäten“, heißt es in einem Informationsblatt des Betreuungsforstamtes.