Gardelegen l Seit Jahren unterstützt die Stadt mit Fördermitteln die Modernisierung und Instandsetzung historischer Gebäude in Gardelegens Innenstadt. Aktuell liegen zwei Anträge von Privatleuten auf einen Sanierungszuschuss vor. Dazu gehört auch das Toreinnehmerhäuschen am Salzwedeler Tor.

Einen Zuschuss in Höhe von 122  591 Euro aus dem Förderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz zur Sicherung und Erhaltung historischer Stadtkerne für die Altstadt Gardelegen“ könnte Ende des Monats der Gardelegener Stadtrat beschließen.

Mit dem Geld soll der Wiederaufbau des Toreinnehmerhäuschen an der Salzwedeler Torstraße 22 bezuschusst werden. Eine entsprechende Beschlussvorlage für die Fachausschüsse des Stadtrates liegt dazu vor.

Das Stadtbild erhalten

Vor einigen Monaten hatte eine ehemalige Gardelegenerin (Name der Redaktion bekannt) das historische Gebäude erworben. Sie selbst sei immer fasziniert von den Fachwerkhäusern der Hansestadt gewesen und habe den Schritt gewagt, das kleine historische Gemäuer zu kaufen und zu sanieren, um das Stadtbild zu erhalten. Einst, so heißt es auf einer Informationstafel am Toreinnehmerhäuschen, wurden alle Waren, die durch das Salzwedeler Tor ein- und ausgeführt worden waren, in dem Gebäude überprüft. Dort wurde auch der entsprechende Wegezoll bezahlt. Ende August musste das Gebäude, außer die Fassade zur Salzwedeler Torstraße, demontiert werden. Aufgrund der schlechten Bausubstanz sei Gefahr in Verzug gewesen.

„Im Rahmen der Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde und für die Vorbereitung der Sanierung wurde ein Holzschutzgutachten durch einen externen Fachmann erstellt“, informierte Sven Rühlmann, Inhaber der Altmark Architekten und Ingenieure GmbH aus Winterfeld, die für die Planung, Genehmigung und Bauüberwachung zuständig ist, im September im Volksstimme-Gespräch. Wie genau die Umsetzung des Wiederaufbaus erfolgt, ist hinter den Bauzäunen mittlerweile schon ganz gut zu erkennen.

Toreinnehmerhäuschen wird wieder aufgebaut

Dabei wurde unter anderem die Struktur und die äußere Erscheinung des Gebäudes berücksichtigt. „Wir haben sensibel darauf geachtet, Eingriffe in den Grundriss und die Fassade auf ein Minimum zu beschränken“, fasste Rühlmann zusammen (Volksstimme berichtete).

Die förderfähigen Kosten für die Sanierung des kleinen Wohnhauses und der Errichtung eines Anbaus liegen bei insgesamt knapp 306 500 Euro. Nach der städtischen Förderrichtlinie könnten 40 Prozent dieser Kosten gefördert werden. Das wären die eingangs erwähnten 122 591 Euro.

Mit dem Geld soll unter anderem eine Außenwand gebaut werden und Elemente wie Fußboden, Innenwände, Fenster eingebaut werden. Zudem steht eine neue Heizungs-, Sanitär- und Elektroanlage auf dem Bauplan. Mit dem Anbau soll zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden.

Der zweite Antrag betrifft eine private Sanierungsmaßnahme am Wohnhaus an der Oelstraße 6. Dort sollen Fenster erneuert und Aufsatzrolläden an der straßenseitigen Fassade angebracht werden. Die förderfähigen Kosten für dieses Projekt liegen bei 8740 Euro. Laut Förderrichtlinie liegt der Zuschuss bei 30 Prozent der Kosten, da es sich nur um ein Gewerk handelt. Der Zuschuss würde dann 2622 Euro betragen.

Beide Anträge stehen auf der Tagesordnung der nächsten Bauausschusssitzung am Montag, 11. Januar, ab 19 Uhr im Letzlinger Kulturhaus. Am Mittwoch, 13. Januar, tagt dazu der Finanzausschuss (19 Uhr Kulturhaus Letzlingen) und am Dienstag, 19. Januar, der Hauptausschuss ab 17 Uhr ebenfalls im Letzlinger Kulturhaus. Abschließend entscheidet dann der Stadtrat in seiner Sitzung am Montag, 25. Januar, ab 19 Uhr im Kulturhaus des Heidedorfes.

Seit Dezember 2002 unterstützt die Stadt private Sanierungsmaßnahmen im Erhaltungsgebiet Historische Altstadt mit Fördergeld aus verschiedenen Programmen. Dafür stehen aktuell 442 500 Euro bewilligte Städtebaufördermittel zur Verfügung.