Tierheim

Tierschutzverein plant Demonstration

„Rettet das Gardeleger Tierheim“ - unter diesem Motto findet am Sonnabend eine Demonstration auf dem Gardeleger Rathausplatz statt.

Von Cornelia Ahlfeld

Gardelegen l Um das Tierheim in Gardelegen vor der Schließung ist zu retten, ist am Sonnabend eine Demonsration geplant. Organisator ist die Tierschutzallianz Sachsen-Anhalt. Es geht darum, Brücken zu bauen, betonte Vorsitzender Josef Fassl. Es gehe nicht darum, irgendetwas klein zu reden, sondern um den langjährigen ehrenamtlichen Helfern eine Chance zu geben, das Tierheim weiter betreiben zu können, sagte gestern Josef Fassl, Vorsitzender der Allianz für Menschenrechte, Tier- und Naturschutz, kurz Tierschutzallianz Sachsen-Anhalt, im Volksstimme-Gespräch. Man sei schon erschrocken gewesen über die Schließung des Gardeleger Tierheimes. Als Betrachter von außen habe man den Eindruck, dass bei dieser Entscheidung überreagiert und „übers Ziel hinaus geschossen wurde“, so Fassl. Aus diesem Grund plane die Tierschutzallianz die Demo zum Erhalt des Gardeleger Tierheimes. Im Internet gibt es dazu auch eine Unterschriftenaktion.

Eingeladen zur Demo seien auch Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Zepig und Landrat Michael Ziche. „Wir wollen einen sachlichen Dialog, ob die Schließung wirklich notwendig war“, betonte Fassl. Der illegale Hundehandel ohne Erlaubnis sei nicht in Ordnung, aber aus Sicht der Tierschutzallianz hätte es in der Endkonsequenz andere Lösungen, etwa Abmahnungen oder Geldstrafen, geben müssen, als ein Tierheim zu schließen. „Denn es steht ja nicht im Raum, dass Tiere schlecht behandelt, nicht gefüttert wurden oder man sich nicht um die Tiere gekümmert hat. Es soll nichts kleingeredet werden, aber man fragt sich schon, ist diese Entscheidung angemessen“, so Fassl.

Es gehe hier auch um ein hohes Ehrenamt. Die ehrenamtlichen Helfer im Tierheim „machen schließlich was für die Allgemeinheit“, betonte Fassl, würden mit der Fundtierbetreuung Pflichtaufgaben der Kommune übernehmen. „Und das fällt nun alles weg. Übernimmt jetzt der Kreis die Verantwortung für die Tiere?“, so Fassl.

Das Gardeleger Tierheim befinde sich in einer guten Lage. Kein Anwohner werde von Hundegebell gestört. „Andere tun sich schwer, so etwas aufzubauen. Und dort gibt es eine Einrichtung, die läuft“, so Fassl. Es wäre schön, wenn man den ehrenamtlichen Tierschützern eine Chance geben würde. Außerdem gehe es nicht um Einzelpersonen. Träger des Gardeleger Tierheimes sei ein Verein mit Mitgliedern, die durchaus verantwortungsbewusst arbeiten. „Wir wollen Brücken bauen“, betonte Fassl.

Anfang der Woche war bekannt geworden, dass der Kreis seine bereits erteilte Betriebserlaubnis für zwei Jahre wieder zurückgenommen hat. Dem Vorsitzenden des Tierschutzvereines als Träger des Tierheimes wird illegaler Hundehandel sowie Fälschung und Verschleierung einer erlaubnispflichtigen Tätigkeit vorgeworfen. Denn für den Handel mit Hunden aus dem Ausland benötige man eine spezielle Erlaubnis, hatte der Kreis in einer Erklärung zu den Vorgängen mitgeteilt. Der Import von Hunden aus Ungarn sei über eine Pflegestelle des Gardeleger Tierheimes in einem Nachbarkreis gelaufen. Gegen den Vorsitzenden des Gardeleger Tierschutzvereines und gegen die Betreiberin der Pflegestelle wurde ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Büro- und Geschäftsräume des Tierheimes müssen bis zum 8. September geschlossen werden. Die Tiere sollen bis zum 31. Oktober vermittelt sein. Sollte das nicht fristgerecht erfolgen, sorge der Kreis für eine anderweitige Unterbringung der Tiere. Der Tierschutzverein hat jetzt die Möglichkeit, Widerspruch gegen die Entscheidung des Landkreises einzulegen (wir berichteten).

Die Demo unter dem Motto „Rettet das Gardeleger Tierheim“ am kommenden Sonnabend, 9. September, beginnt um 11 Uhr auf dem Rathausplatz.