Gardelegen l Viele Jahre waren die Gebühren für Trink- und Abwasser konstant. Beim Abwasser sogar seit 1998. Das wird sich mit Beginn des neuen Jahres ändern. In fast allen Dienstleistungsbereichen des Gardeleger Wasserverbandes werden die Gebühren erhöht. Wenngleich auch für den normalen Kunden nicht in exorbitanter Höhe, aber sicher deutlich zu merken. Einstimmig bestätigt hat die neue Gebührenkalkulation, die für drei Jahre gilt, die Verbandsversammlung in der Verbandsverwaltung. Hauptthemen waren die Wirtschaftsplanung und die Gebührensatzungen, denn die jetzt noch gültige Fassung läuft zum Ende des Jahres aus.

„Mit der Gebührenanpassung reagiert der Wasserverband Gardelegen auf stetig zunehmende Kosten in fast allen Bereichen. Dazu gehören neben den allgemeinen Material- und Energiepreissteigerungen stark gestiegene Preise im Bau- und Dienstleistungsbereich. Weiterhin wirkt sich die Tariferhöhung für den öffentlichen Dienst .... aus. Eine zusätzliche Belastung ergibt sich durch eine extreme Verteuerung der Entsorgungspreise insbesondere für die Klärschlammverbrennung“, heißt es dazu in einem Mitteilungsblatt zur „Gebührenanpassung“, das auch auf der Homepage des Wasserverbandes zu finden ist.

Informationsblatt auf der Homepage

So hätten sich allein die Kosten für Material und Betriebsstoffe in den vergangenen Jahren verdoppelt. Das treffe auch auf die Lohnkosten zu, denn die zurzeit 41 Mitarbeiter werden nach dem öffentlichen Tarif entlohnt, erläuterte Geschäftsführerin Katja Rötz. In den vergangenen 15 Jahren seien die Lohnkosten um 806.000 Euro (51 Prozent) gestiegen. Bis zum Ende der jetzigen Kalkulationsphase wird eine weitere Lohnkostensteigerung erwartet (76 Prozent).

Gestiegen seien zudem Lohnkosten, Baupreise und vor allem die Kosten für die Klärschlammentsorgung. 2012 bis 2014 habe der Verband für die Entsorgung des Klärschlammes 27,95 Euro pro Tonne zahlen müssen. Danach seien die Kosten stetig angestiegen auf bis aktuell gut 100 Euro pro Tonne. Auch in diesem Bereich rechnet der Verband mit steigenden Kosten. „Es gibt jetzt schon Verbände, die Angebote für die Klärschlammentsorgung mit 230 Euro pro Tonne erhalten“, so Rötz. Die Entwicklung mache den Verbänden „große Sorgen und Bauchschmerzen“, betonte Rötz.

Keine Kredite in nächsten drei Jahren

Sämtliche Aufwendungen, die der Verband in der Trinkwasserversorgung und Schmutzwasserentsorgung habe, würden in die Gebührenkalkulationen einfließen. Gewinn dürfe der Wasserverband als kommunaler Zweckverband nicht machen.

Die Aufnahme von neuen Krediten für Investitionen ist im Kalkulationszeitraum von 2019 bis 2021 nicht geplant. „Wir werden aber in den nächsten drei Jahren unsere liquiden Mittel verbrauchen, so dass der Bestand am Ende der Kalkulationsphase auf Null gehen wird“, prognostizierte der kaufmännische Leiter des Wasserverbandes, Maik Giese. Wie die weitere Entwicklung sich gestalten wird, könne man derzeit nicht konkret abschätzen. „Wir werden wahrscheinlich nicht dauerhaft um Kredite herumkommen“, meinte Katja Rötz gestern im Nachgang der Sitzung. Die letzte größere Kreditaufnahme des Gardeleger Wasserverbandes war 1998 erfolgt. Die Verbindlichkeiten betragen aktuell noch etwa 2,625 Millionen Euro, die mit jährlich 250.000 Euro getilgt werden.