Letzlingen l Dass der Letzlinger Ortskern mit Marktplatz und den Bereichen ringsum in die Jahre gekommen ist und keinen schönen Anblick sowie keine Funktionalität mehr bietet, davon mussten die Letzlinger nicht überzeugt werden. Bei den Mitgliedern des städtischen Bau- und des Finanzauschusses war das anders.

Da aber half zum einen Corona, wie Ortsbürgermeisterin Regina Lessing sagte. Denn da zahlreiche Ausschüsse und der Stadtrat im Heidedorf tagen, konnte sich bereits jeder einen persönlichen Eindruck von den Gegebenheiten vor Ort verschaffen. Zum anderen überzeugte das vorliegende, sehr professionell ausgearbeitete Konzept der neunköpfigen Projektgruppe, die seit Mai daran intensiv gearbeitet hat (Volksstimme berichtete). So erklärte unter anderem Andreas Höppner (Linke) im Bauausschuss: „Mein Kompliment an die Projektentwickler. Das kann man nur unterstützen.“

Das sahen seine Ausschusskollegen sowie auch die Mitglieder des Finanzausschusses, die am Mittwochabend im Letzlinger Kulturhaus tagten, ebenso. Hier hatte nicht nur Thomas Genz (CDU), der als Letzlinger Ortschaftsratsmitglied am Konzept mitarbeitete, für Zustimmung geworben, sondern auch Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Schumacher: „Was die Letzlingener erarbeitet haben, ist gute Arbeit und zeigt, wie wichtig ihnen ihr Dorf ist.“

Konzept überzeugte

Und auch Ausschussvorsitzender Reinhard Hapke (Linke) sprach von „solider Arbeit“ und dass die, die seit einigen Monaten hierherkommen, die Notwendigkeit gesehen hätten. Es gab einhellige Zustimmung für die Beschlussvorlage, die die Voraussetzung für die Realisierung des Vorhabens schafft, nämlich die Erweiterung des Städtebaufördergebietes durch Hinzunahme des Ortsteilzentrums Letzlingen.

Wie der Ortskern nach der Umgestaltung aussehen könnte, das wurde dem gesamten Letzlinger Ortschaftsrat und interessierten Heidedörflern, die zahlreich zur Sitzung in den Klubraum des Sportlerheims des SV Heide gekommen waren, sehr anschaulich präsentiert. Regina Lessing nutzte zudem die Gelegenheit, sich noch einmal bei allen Projektentwicklern zu bedanken.

Vor allem der Marktbereich wäre nach der Umgestaltung ebenerdig und barrierefrei. Die optische Orientierung der Verkehrsführung, mit der auch die Kreisstraße wieder ihren ursprünglichen, geschmeidigeren Verlauf bekommen soll, soll durch unterschiedliche Farbgebung der Pflastersteine erreicht werden. Die Gestaltung des Marktes soll in einer Art „Boulevard“, einen gemeinschaftlich genutzten Raum erfolgen, mit Sitzmöglichkeiten in zwei Bereichen, Informationstafeln und ortstypischem Grün. Highlight im Mittelpunkt der runden Sitzgruppe (siehe Foto) könnte ein beleuchteter Lichtschacht als Gestaltungselement werden, in den die beiden ortsprägenden Immobilien – das Jagdschloss und die Schlosskirche – in Miniaturausführung eingelassen werden sollen.

Gefahren mindern

Im Bereich der zweiten Sitzgruppe im Einmündungsbereich der Schlossstraße soll zudem eine neue Verankerungsstelle für den Traditions-Pfingstbaum oder den Weihnachtsbaum entstehen. Parkmöglichkeiten bleiben im südlichen Teil. Dort soll auch eine Haltestelle entstehen, um perspektivisch den Schul- und den Rufbus halten lassen zu können. So kämen die Kinder aus dem Gefahrenbereich der Haltestelle an der Bundesstraße 71 heraus. Auch andere Reisende, Besuchergruppen oder Touristen könnten dort sorglos ein- und aussteigen.

Mit Blick auf das Kulturhaus stehen die Erneuerung des Sanitärtraktes, der Anbau eines neuen Küchenbereiches und eines neuen Mehrzweckraumes sowie der Ausbau der zwei Wohnungen im Ostteil des Hauses im Fokus. Es soll künftig ringsum zu umfahren sein, wodurch mehr Parkmöglichkeiten entstehen.