Berge l Derzeit gibt es etwas Besonderes für die Mädchen und Jungen des Estedter Kindergartens Hellbergwichtel. Denn sie sind am Vormittag nicht in ihrer Berger Betreuungseinrichtung, sondern im Wald an der frischen Luft. Und das macht sich auch beim täglichen Mittagsschlaf bemerkbar, wie Erzieherin Mandy Beckmann mit einem Schmunzeln erzählt. Denn sogar diejenigen, die mittags nur sehr schlecht zur Ruhe kommen, sind ruckzuck eingeschlafen.

Das ist auch kein Wunder. Pünktlich um 8 Uhr gehen die Kinder mit ihren Erziehern – neben Mandy Beckmann sind auch Nicole Trauf und Susann Rahmsdorf mit von der Partie – von ihrer Einrichtung in Richtung des Schießparkes Am Kahnberg los. Auf ungefähr halber Strecke befindet sich das Ziel – der Forststützpunkt Berge vom Bundesforstbetrieb Sachsen-Anhalt, bei dem Detlev Riesner als Förster für das Revier Naturerbe Kellerberge tätig ist. Er ist auch der Ansprechpartner der Erzieher, die ihn im Herbst des vergangenen Jahres zum ersten Mal angefragt hatten, ob eine Waldwoche im und am Forststützpunkt stattfinden könnte. Die Antwort war natürlich ein Ja. Denn es könne nicht früh genug das Interesse für den Wald und die Natur geweckt und damit das Umweltbewusstsein geschult werden, wie Riesner betonte. Natürlich sehr kindgerecht über das Spielen, Beobachten und Entdecken im Wald. Dafür ist er mit seinem Hund Selma auch vor Ort, wenn es seine Zeit zulässt. Und schon die erste Waldwoche war ein voller Erfolg, so dass die zweite Auflage in diesem Frühjahr schon damals beschlossene Sache war. Und auch dieses Mal sind wieder alle 22 Mädchen und Jungen und auch die Erzieher begeistert. Eine dritte Waldwoche folgt im Herbst dieses Jahres.

Jede freie Minute in der Natur

Am Stützpunkt angekommen, gibt es erst einmal Frühstück in der Halle, die auch als Unterstand bei eventuellen Regengüssen genutzt werden kann und über eine Toilette verfügt. Auch im Wald ist das zum Vorteil. Wenn der Hunger nach dem doch recht langen Fußmarsch gestillt ist, geht es über den Plattenweg rein in den Wald. Dort ist ein Areal abgesteckt, in dessen Rahmen die Kinder sich frei bewegen können. Und gleich am ersten Tag machten sie sich daran, zwei Tipis zu bauen. Eines davon erhielt auch ein Dach aus Moos, an dem auch am zweiten Tag noch gearbeitet wurde. Und ganz wichtig, erzählt Mandy Beckmann mit einem Lachen, war das „Feuerlager“, das seinen Namen auch behielt, nachdem es schon einige Male in „Lagerfeuer“ verbessert wurde. Zudem wurden auch schon Spinnen gerettet und Bäume gepflanzt, in dem Äste in den Boden gesteckt wurden.

Mandy Beckmann und ihre Kolleginnen sind begeistert darüber, dass es den Kindern sichtlich viel Freude macht, „spielzeugfrei“ im Wald zu spielen und ihrer Phantasie nur mit dem, was vor Ort ist, freien Lauf zu lassen. Dafür haben sie jeden Tag etwa zwei Stunden Zeit, die sie auch komplett ausnutzen. „Ab der ersten Minute im Wald haben sie sich wie zu Hause gefühlt“, zieht Mandy Beckmann eine positive Bilanz über das erfolgreiche Projekt.