Gardelegen l Vor wenigen Tagen stand die Ziertanne noch in Breitenfeld auf dem Grundstück von Ulrich Scheffler. Vor 20 Jahren hatte er sie, wie er im Volksstimme-Gespräch erzählte, in einem Gartenmarkt in Genthin erworben. Seitdem ist sie um gut sieben Meter zu einer Größe von 8,5 Meter herangewachsen. Ein stattlicher Baum, der aber als Flachwurzler irgendwann seine Standfestigkeit einbüßen und umkippen könnte. Dann wäre die Tanne nur noch als Feuerholz zu verwenden gewesen. Dem beugte Scheffler vor und stellte den Baum der Stadt Gardelegen in diesem Jahr als Weihnachtsbaum für den Rathausplatz zur Verfügung. „Damit erfüllt sie einen schönen Zweck“, so Scheffler, „und beschert den Menschen ein schönes Ambiente in diesen schweren Zeiten.“

Neugierige Zuschauer

Und so rückten am Mittwochmorgen (25. November) die Mitarbeiter eines Gardelegener Dienstleistungsunternehmen in Breitenfeld an und sägten den Baum ab, um ihn nach Gardelegen zu transportieren. Und das Aufstellen in der Gardelegener Innenstadt ließen sich auch in diesem Jahr zahlreiche Neugierige nicht entgehen und schauten gespannt zu, als Kranführer Kamal Kalrahmoun den Baum an den Haken nahm, vom Lkw-Anhänger hob und zu seinem Bestimmungsort auf dem Platz schweben ließ.

Genau eingepasst

Frank Meier und Steffen Schröder vom Dienstleister wiesen dem Kranführer die Richtung und sorgten zudem mit der Kettensäge für die Passgenauigkeit des Stammes, damit dieser in die im Boden eingelassene Verankerung passte. Zur Mittagszeit war das erledigt. Der Baum wurde anschließend noch mit Lichtern versehen sowie mit roten Kugeln und anderem Schmuck geputzt und kann nun neben der Weihnachtshütte, die neu in Skandinavischrot erstrahlt, bewundert werden. Die Pyramide wird am Freitag aufgestellt.

Bilder

In der Weihnachtshütte öffneten sich in den vergangenen Jahren vom 1. bis 24. Dezember auch immer pünktlich um 17 Uhr die Türen des lebendigen Adventskalenders. Das findet in diesem Jahr aufgrund der aktuellen Corona-Bestimmungen nicht statt, wie Ilka Marten von der Stabsstelle Stadtmarketing in der Stadtverwaltung mitteilte. Aber die städtischen Mitarbeiter haben wieder Kreativität bewiesen.

Digitale Türen öffnen

Dieses Jahr ist das Türchenöffnen nämlich ganz bequem vom Wohnzimmer aus möglich. Auf der städtischen Internetseite unter www.gardelegen.de wird jeden Tag um 17 Uhr ein digitales Türchen per Videolink mit Akteuren aus der Region Gardelegen geöffnet. Die kleinen und großen Zuschauer können sich auf spannende, überraschende, zauberhafte und musikalische Videosequenzen freuen. Zuhören, staunen, nachmachen – all das wird beim lebendigen Adventskalender Digital 2020 möglich sein. Die Türchen-Videos haben eine Länge zwischen 5 und 30 Minuten und sind jeweils drei Tage lang zu sehen.

Freude über Unterstützung

„Wir freuen uns, dass so viele Kreative aus unserer ganzen Einheitsgemeinde sofort diese Idee unterstützt haben“, betonte Bürgermeisterin Mandy Schumacher, „wir haben eine tolle Vielfalt und auch ganz neue Akteure dabei. Lassen Sie sich jeden Tag überraschen!“

Im nächsten Jahr ist der lebendige Adventskalender, der sich zu einem beliebten Treffpunkt für kleine und große Gäste entwickelt hat, hoffentlich wieder in der Innenstadt möglich, und zwar mit Glühwein und Bratwurst. Diese Angebote gibt es in diesem Jahr nämlich auch nicht auf dem Rathausplatz.

Wunschbriefkasten am Rathaus

Die Rotarier haben sich, wie Hartmut Krüger auf Nachfrage bestätigte, angesichts der Situation und aktuellen Bestimmungen dazu entschlossen, keinen Glühweinstand anzubieten, obwohl ihnen dadurch eine wichtige Einnahmequelle zur Finanzierung der sozialen Projekte, die jährlich auf Antrag unterstützt werden, fehlt.

Ein Spaziergang in die weihnachtlich beleuchtete Gardelegener Innenstadt lohnt sich im Dezember aber trotz aller Einschränkungen: Denn an der Tür zum Rathauskeller gleich gegenüber dem Brunnen hängt der Wunschbriefkasten für den Weihnachtsmann in Himmelpfort. Wer dort bis Mittwoch, 9. Dezember, seinen Wunschzettel oder Post an den Weihnachtsmann einwirft, kann einen Brief vom Weihnachtsmann bekommen. Dabei ist ganz wichtig, dass auf dem Umschlag die Adresse des Kindes notiert sein muss, damit die Antwort vom Weihnachtsmann auch ankommen kann.