Weteritz l Möglicherweise gibt es für das Schloss Weteritz doch noch eine Zukunft. Denn es soll einen neuen Investor geben, einen Rechtsanwalt aus Berlin. „Es ist Bewegung in der Sache“, sagt Dirk Kuke, Weteritz-Beauftragter und Gutsverwalter im Auftrag des Eigentümers – allerdings ohne Bezahlung – auf Volksstimme-Anfrage. Er kümmert sich seit Jahren um das Schloss und hofft, dass es wieder mit Leben erfüllt wird und eine Nutzung erfährt.

Der Rechtsanwalt kooperiere auch mit dem jetzigen Besitzer, der wohl bereit sei, die Immobilie zu verkaufen. Erste Gespräche habe es Anfang Juli auch schon mit Vertretern der Unteren Denkmalschutzbehörde gegeben und mit der Stadtverwaltung. Denn es sei klar, dass es hier um Sanierungskosten im zweistelligen Millionenbereich gehe, so Kuke, der als Vertreter des Berliner Anwaltes hier vor Ort agiert.

Guter Businessplan ist Voraussetzung

Der Plan sehe vor, das Schloss zur einer Seniorenresidenz mit betreutem Wohnen umzubauen. 30 bis 40 Appartements für 70 bis 80 Senioren sollen es werden.

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Der Anwalt stelle 30 bis 40 neue Arbeitsplätze in Aussicht. Das gesamte Gutshaus müsse barrierefrei umgebaut werden. Dazu würden auch der Einbau eines Fahrstuhls. Sanitäranlagen, der Umbau der Räume in „liebevolle und kleine Wohneinheiten“ und der Bau eines kleinen Blockheizkraftwerkes gehören.

Das seien nach einem ersten Konzept weitere Punkte im möglichen Sanierungs- und Umbauplan. Erforderlich seien zudem Bauarbeiten im Bereich des Kirchweges, um die entsprechende Infrastruktur unter anderem für Krankentransporte, Versorgungsfahrzeuge und Busshuttle, zu schaffen.

Derzeit sei man nun am Ausloten, wie die Fördermittellage und Kreditmöglichkeiten aussähen. Zwei örtliche Bankinstitute hätten schon Unterstützung signalisiert.

„Aber das setzt alles einen Businessplan voraus“, so Kuke. Allerdings wolle der Anwalt nicht schon im Vorfeld ins Blaue investieren, bevor die finanziellen Möglichkeiten nicht klar seien. Zudem wolle der Anwalt klären, ob es für die geplanten Umbauten auch denkmalrechtlich eine Genehmigung geben würde.

Der Anwalt würde im Falle einer Realisierung auch den Park nutzen wollen. „Er wäre auch bereit, die Parkpflege zu übernehmen“, sagt Kuke. Der Park würde aber in jedem Fall ein öffentlicher Park bleiben, betont der Weteritz-Beauftragte mit Blick auf den Hamburger Kaufmann Andreas Benken, der das Schloss kaufen und zur Holzakademie Sachsen-Anhalt umbauen wollte. Der wollte auch gleich den Park mit kaufen und für die Öffentlichkeit verschließen.

Kuke hofft, dass es dieses Mal etwas wird mit dem Schloss Weteritz. „Das wäre für Weteritz und Gardelegen eine gute Sache“, betont er im Volksstimme-Gespräch.