Gardelegen l Ins Hansecenter in Gardelegen soll wieder mehr Leben einziehen. Zumindest ist dies der Wunsch des Eigentümers und der Hausverwaltung. Rund 10.000 Quadratmeter des Centers stehen derzeit leer, wie Yvonne Horitzky von der AOC Hausverwaltung am Montagabend den Mitgliedern des Bauausschusses erläuterte. Das ist etwa die Hälfte der Fläche, die im Hansecenter bereitstehen. Mehrere Märkte haben bereits ihr Interesse bekundet, wollen Geschäfte in den Gewerbeflächen rund um Kaufland eröffnen.

Seit etwa fünf Jahren, so Horitzky, verhandele die Hausverwaltung mit AWG, einer deutschen Bekleidungs-Handelskette, die laut Horitzky in Gardelegen auch Markenbekleidung vertreiben möchte. „AWG will nun in Gardelegen Fuß fassen“, sagte Horitzky. Das gleiche gelte für Action, eine Handelskette aus den Niederlanden, die Waren des täglichen Bedarfs und Bekleidung anbietet, sowie für Woolworth, eine Einzelhandelskette die Heimtextilien, Haushaltsartikel, Mode für Damen, Herren und Kinder, Deko- und Drogerieartikel, Schreib- und Kurzwaren sowie Geschenkartikel im Sortiment hat. Ein weiterer Interessent sei das Futterhaus, so Horitzky. Dort werde Haustierbedarf und Nahrung für Haustiere angeboten. Mit diesen Interessenten könne ein beachtlicher Teil der leerstehenden Fläche im Einkaufszentrum neu bezogen werden, wie Horitzky erklärte.

Gewerbeverein nicht begeistert

Nicht ganz so einfach sehen es die Mitglieder des Gardeleger Bauausschusses. „Werden das unsere Innenstadthändler verkraften, wenn wir dem zustimmen?“, fragte Regina Lessing, die als stellvertretende Ausschussvorsitzende die Sitzung am Montag leitete, in die Runde. „Der Gewerbeverein ist von der Ansiedlung nicht begeistert“, richtet Bürgermeisterin Mandy Zepig aus. Allein das Futterhaus sei von seinem Sortiment her für das Hansecenter akzeptabel, die drei anderen Interessenten seien „problematisch“, wie Zepig sagte. Bekleidung können in der Innenstadt gekauft werden, Woolworth und Action bieten waren des täglichen Bedarfs. „Theoretisch kann, wer aus der Stadt rausfährt, dort alles besorgen, was er braucht“, fasst Lessing zusammen und sieht daher die Ansiedlung der genannten Märkte im Hinblick auf das Innenstadtkonzept der Hansestadt Gardelegen ebenfalls als problematisch an.

„Wir freuen uns, dass ins Hansecenter wieder Leben reinkommen soll, aber wir brauchen ein anderes Sortiment“, erklärt Bauamtsleiter Engelhard Behrends. Er verweist auf die Untersuchung der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung, die besage, dass eine solche Ansiedlung am Stadtrand „schädlich für die Innenstadt“ sei, wie Behrends erläutert.

Und genau darin liegt für Yvonne Horitzky die Crux. Das Sortiment der Anbieter im Hansecenter dürfe keine Konkurrenz zu den Läden im Stadtzentrum darstellen, gleichzeitig seien aber auch klare Regeln im Mietvertrag für das Hansecenter zu beachten. Anfragen liegen nun aber von Interessenten vor, die nicht in die Innenstadt gehen werden. Im Hinblick auf die Entwicklung im Hansecenter sollte „eine gewisse Beweglichkeit aber drin sein“, so Horitzky. „Wir haben kaum Spielraum“, erklärt sie dem Bauausschuss. Zwar finde sie gut, dass an die Innenstadt gedacht werde, man dürfe aber auch das Hansecenter nicht vergessen.

Ähnlich sieht es Sieghard Dutz (Linke) . Er gab zu bedenken, dass die Leute, wenn sie weder in der Innenstadt noch im Einkaufszentrum am Stadtrand bekommen, was sie wollen, dass sie dann gar nicht in Gardelegen einkaufen, sondern in andere Städte fahren.

Mit der Ansiedlung der Geschäfte werden sich nun die Fraktionen auseinander setzen. In der kommenden Sitzungsschiene werde sich der Ausschuss erneut mit dem Thema befassen.