Schlagenthin l Mehr als 50 gasgefüllte Luftballons stiegen am Sonnabend in den sommerlichen Himmel über Schlagenthin. „Am Ende sind uns die Postkarten ausgegangen, weil es so viele Teilnehmer gab“, sagte Ortsbürgermeisterin Birgit Weber. Die Luftballons fliegen nun um die Wette. Zum Glühweinfest wird berichtet, welcher Ballon die weiteste Reise vollbracht hat.

Das Dorffest lag auch in diesem Jahr wieder ganz in der Hand der Vereine. Bereits am Morgen war es mit einem Hähnewettkrähen des Kleintierzuchtvereins Klitsche/Stremme eröffnet worden. Ein Höhepunkt war das Rasenplatzturnier des Schlagenthiner Volleyballvereins.

„Neun Mannschaften waren auf drei Feldern im Einsatz“, berichteten die Vereinsmitglieder. Am Ende hatte das Team aus Nennhausen bei Havelberg die Nase vorn und landeten vor den Mannschaften aus Nauen und Pritzerbe.

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Promille-Versuch

Laufen wie ein Betrunkener konnten die Besucher bei Regionalbereichsbeamtin Anja Andres. Besonders Kinder hatten Spaß an den Trunkenheitsbrillen, die 0,8 und 1,3 Promille simulierten. „Man weiß ja gar nicht, in welcher Entfernung die Kegel auf dem Boden stehen“, rief der zehnjährige Lukas. Sein Freund Alexander versuchte derweil, mit einem Autoschlüssel und der 1,3 Promille-Brille auf der Nase das Polizeiauto aufzuschließen.

„Man denkt, das Schloss ist viel höher“, stellte er fest. „Kinder sind geschickter als Erwachsene, die Einschränkungen auszugleichen“, erläuterte die Polizeibeamtin. Dennoch, die Doppelbilder erlebten auch sie. „Wir hoffen, mit solchen Vorführungen das Bewusstsein für die Gefahren eines Alkohlrausches zu schärfen“, meinte Andres.

Feuerwehr und Reitverein

Werbung für sich und ihre Arbeit machte auch die Freiwillige Feuerwehr Schlagenthin. Hüpfburg, Feuerwehrautorundfahrten und das Löschen mit der Handdruckspritze kamen bestens an. „Wir haben heute viel zu tun“, bestätigte Feuerwehrmann Robert Merten, während er einigen quirligen Kindern im Alter von vier bis sechs Jahren das Feuerwehrfahrzeug vorführte.

Etwas ruhiger ging es bei Monique und Vanessa vom Reitverein zu. Auf einem Pony wurden pferdebeigeiste Kinder durch das Rund geführt. Beim Förderverein der Schlagenthiner Kirche sorgte das Team um Daniela und Johannes Möcker dafür, dass beim Pfeilwerfen auf Luftballons immer genügend Nachschub an Ballons vorhanden war.

„Die Kinder treffen so gut, wir müssen aufpassen, dass uns nicht das Material ausgeht“, meinte Monika Pilz vom Förderverein mit einem Schmunzeln. Laute Anfeuerungsrufe schallten hingegen von der Kegelbahn herüber. „Die Kugel kommt, das sind fünf“, riefen die Vereinsmitglieder.

Spannend war es auch beim Würfelduell des Jugendclubs Schlagenthin. „Jeder bekommt drei Würfel, wer die höchste Zahl hat gewinnt“, erläuterte Betreuer Jörg Kappus. Mit 17 Punkten lag lange Alt-Ortsbürgermeister Horst Blasius vorn. „Im Stechen habe ich aber verloren“, musste er nicht sonderlich enttäuscht feststellen. Mittendrin im Getümmel waren auch Jerichows Bürgermeister Harald Bothe und der Genthiner Stadtrat Harry Czeke. Besonders viele Besucher fanden sich beim Schlagenthiner Heimatverein ein.

Vielseitiges Programm

„Wir haben nicht nur das Kaffee- und Kuchenbuffet unter unseren Fittichen, es gibt auch ein Glücksrad und ein Zielwerfen“, erläuterte Yvonne Ringwelski vom Verein. Für Unterhaltung sorgten der Genthiner Musik-Express, die Schlagenthiner Band Errofax und die Kinder der Schlagenthiner Kita sowie des Hortes. Die Kinder hatten ein Programm mit Musik und Tanz einstudiert.

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf“, befand am Ende Ortsbürgermeisterin Birgit Weber. Auch Flohmarktstände seien aufgebaut worden. „Insgesamt ist es ein Fest, das durch die Vereine, aber auch durch zahlreiche Sponsoren getragen wird“, so Weber.