Genthin l Es war eine unerwartete Diskussion, die sich im letzten Stadtrat rund um die Planung für die Festwoche zum 850-jährigen Stadtjubiläum in Genthin ergab. Anlass dafür war ein von der Partei „Die Linke“ eingebrachter Antrag, der darum bat zu prüfen, ob der gewählte Termin der Veranstaltungen im September sinnvoll sei.

Argument der Partei: Die Sommerferien laufen 2021 bis zum 1. September. Wolle man Schulklassen einbinden, wäre ein Termin für die Festwoche vor den Sommerferien sinnvoll. Auch fragte Die Linke, ob die Historie der Ortsteile und die Geschichte der Stadt ausreichend im Veranstaltungsprogramm berücksichtigt seien. Zudem beantragten die Linken, dass mit der Beschlussfassung zum Haushalt 2020 auch eine Konzeption sowie ein Ablauf- und Finanzplan für die 850-Jahr-Feier mitbeschlossen werde. Des Weiteren forderte der Antrag die Berücksichtigung von Fristen bei der Beantragung von Fördermitteln.

Termin sorgt für Trubel

Daraus ergab sich eine Debatte rund um die laufenden Planungen der 850-Jahr-Feier. Insbesondere zum Termin gab es im Stadtrat einige Diskussionen. Dieser solle nicht noch einmal angefasst werden, war etwa eine Meinung aus den Reihen der CDU. Schützenhilfe kam dabei von Fachbereichsleiterin Alexandra Adel, die daran erinnerte, dass der Stadtrat im Juni 2018 mit 18 „Ja“-Stimmen den Septembertermin auf den Weg gebracht hatte.

Weitere Diskussionspunkte waren etwa die finanzielle Ausstattung und die finanzielle Eigenverantwortung des Festkomitees, sowie die Verantwortlichkeit für die Festivität. Diese Dinge hatte aber das Festkomitee bereits in seiner jüngsten Sitzung vor der Stadtratszusammenkunft im Beisein des Genthiner Bürgermeisters Matthias Günther geklärt. „Diese Diskussion verlief meiner Meinung nach etwas unglücklich“, fand Thilo Voigt, Sprecher des Festkomitees. Für Voigt war es misslich als Zuschauer der Debatte des Stadtrates zu folgen, ohne eingreifen zu können, da er als Besucher kein Rederecht hatte.

Stadträte mehr einbinden

„Wir werden künftig mehr dafür sorgen, dass Informationen aus dem Festkomitee an den Stadtrat weitergegeben werden“, kündigte Voigt an. Möglicherweise werden auch ganz gezielt Stadträte zu den Sitzungen des Komitees eingeladen. Denn bereits vor Wochen hatte sein Gremium festgelegt, dass die Stadt Genthin die Federführung übernehmen solle und ein Verein als träger der Festwoche nicht infrage käme.

Gründe dafür waren, dass die Stadt könne eine kommunale Versicherung abschließen könne und ohne Probleme Spendenquittungen ausstellen darf. Zudem würde die Stadt von günstigeren GEMA-Gebühren profitieren.

Festkomitee soll selbst entscheiden

Auch wolle man eine Form finden, die es zulässt, dass das Festkomitee eigene Entscheidungen treffen kann, wie etwa Verträge mit Akteuren zu schließen. „Wir werden die Dinge, die die Finanzen betreffen, in einem anstehenden Gespräch mit dem Bürgermeister erörtern.

Voigt äußerte gegenüber der Volksstimme Verständnis für die Bedenken der Stadträte. „Es ist richtig, dass darauf verwiesen wird, die Festivitäten auch rechtlich abzusichern, das ist in unserem Sinne.“ Aber es sei wenig sinnvoll, wenn Diskussionen immer wieder neu geführt würden. Allerdings sei er auch dafür, mit den Stadträten in Austausch zu treten.

Prüfung erfolgt

Der Antrag der Linken wurde dahingehend präzisiert, dass es sich letztlich nur um eine Prüfung der aufgezählten Punkte handele. Diesem Antrag wurde mit 17 „Ja“-Stimmen, sieben Enthaltungen und einer Gegenstimme zugestimmt. Die Prüfung erfolgt derzeit. Das Ergebnis wird in der kommenden Stadtratssitzung vorgestellt.