Genthin l Die gewohnte Geschäftigkeit rund um die Uhr am „Haus der Generationen“ an der Genthiner Werderstraße deutet in der Wahrnehmung der Passanten nach wie vor auf Beständigkeit. Äußerlich ist so derzeit kaum etwas davon zu spüren, dass hier seit April operativ ein neuer Hausherr das Zepter in die Hand genommen hat. Der unkomplizierte Wechsel ist durchaus gewollt, denn Gewohntes will auch der neue Gesellschafter, die inter pares, eine Berliner Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH, nicht in einer Hau-Ruck-Aktion umkrempeln, wie Einrichtungsleiter Thomas Niese zu verstehen gibt.

Dabei hat er durchaus neue Pläne für die Einrichtung, die 2011 von der Familie Kowalski gebaut und seither in privater Hand geführt wurde, in seinem Gepäck mitgebracht. Denn der private Anbieter, der in Kaiserslautern, Neckargemünd und Sandersdorf weitere Senioreneinrichtungen betreibt, beabsichtigt, in den Genthiner Standort zu investieren.

Alle 35 Mitarbeiter übernommen

„Wir planen, die Kapazitäten mit einem Neubau zu erweitern“, kündigte Thomas Niese gegenüber der Volksstimme an. Derzeit hält das Seniorenzentrum 55 Pflegeplätze vor, mit dem avisierten Neubau werden die Bereiche „Betreutes Wohnen“ mit 15 neuen und die stationäre Pflege um weitere 20 Plätze aufgewertet. Nähere Angaben zu Investitonshöhe oder zum Baubeginn machte Thomas Niese, der Anfang Mai den Chefsessel in Genthin bezogen hat, noch nicht.

Der Gesellschafterwechsel wurde nach Auskunft des Einrichtungsleiters auch für die Mitarbeiter des Hauses möglichst „geräuschlos“ und ohne größere Aufregungen vollzogen. Keiner der 35 Mitarbeiter musste dabei um seinen Job fürchten. „Im Gegenteil, wie andere Senioreneinrichtungen auch, sind wir auf der Suche nach Fachkräften und werben für unsere Einrichtung.“

Optimierte Rahmenbedingungen

Der Bedarf an Pflegeplätzen sei in Genthin sehr groß, gibt Thomas Niese seine ersten Erfahrungen wieder. Es gebe keinen Tag ohne eine Nachfrage.

Trotz der Kürze der Zeit hat der neue Gesellschafter etliche neue Tatsachen geschaffen. So wurden nach Auskunft Nieses die Rahmenbedingungen der Personalvergütung zu Gunsten der Mitarbeiter optimiert und der Gesamturlaubsanspruch für alle Mitarbeiter angehoben.

„Mit Sicherheit wird es in den nächsten Monaten die eine oder andere positive Veränderung im Hauses geben“, stellte Niese in Aussicht.

Ein neuer Name für die Einrichtung

Eine erste Veränderung für die Außenwirkung wird die Umbenennung der Einrichtung sein, die künftig unter Seniorenzentrum „Am Werder“ firmieren wird.

Diese Umbenennung, sagt der Sozialpädagoge, hebe vor allem auf den Umstand ab, dass das ursprüngliche Konzept des vormaligen Gesellschafters, unter dem Dach der Einrichtung auch eine Kindertagesstätte mit 15 Plätzen zu etablieren, nicht zustande gekommen ist.

Mit der neuen Firmierung wolle die inter pares Bezug nehmen auf die lokale Historie des Standortes. „Der Wiedererkennungseffekt ist uns wichtig“, unterstrich Thomas Niese im Gespräch mit der Volksstimme.

Die Umbennung sollte sich allerdings nicht nur auf einen juristischen Vorgang in einer Amtsstube beschränken. Um den neuen Namen auch Bekanntheit zu verleihen, werde im August mit Bewohnern, Angehörigen und Gästen ein Namensfest gefeiert, kündigte der Einrichtungsleiter an.