Genthin l Der Neubau eines Parkplatzes an der Genthiner Bahnhofstraße/Poststraße ist einen entscheidenden Schritt vorangekommen, nachdem sich der Bau- und Vergabeausschuss für eine der zwei von einem altmärkischen Ingenieurbüro vorgelegten Gestaltungsentwürfe entschieden hat.

Kompromiss gefunden

Beide Gestaltungsentwürfe lehnten sich weitestgehend an die von Gerd Mangelsdorf (CDU) vorgeschlagene sogenannte „Stummelvariante“ an. Besagter „Stummel“, der abgebundene Teil der Poststraße unmittelbar am Eingang des Tunnels, ist jedoch nicht in die Planungen einbezogen worden.

Gründe dafür liegen unter anderem in den Grundstücksverhältnissen, aber auch in der Wahrung von Mindestabständen zur Bahnanlage und in Bedenken für einen sicheren Fußgänger- und Radfahrverkehr am Tunnel. Beide Gestaltungsvarianten legen den Abriss des Kiosk an der Poststraße zugrunde, um so Raum für die Neuanlage von Parkplätzen zu schaffen.

Beide Varianten sehen die Schaffung von insgesamt 15 Parkplätzen vor, davon zwei Behindertenparkplätze und einen Parkplatz für Mopeds. Die Zufahrt, auch hier stimmen die beiden Varianten überein, erfolgt über die Bahnhofstraße. Es werde eng, den Kraftfahrern werde an dieser Stelle zukünftig ein großes Maß Aufmerksamkeit abverlangt, kündigte die Planerin dem Fachausschuss an.

Mit "Sahnehäubchen"

Den Unterschied zwischen den beiden Gestaltungsvarianten beschrieb die Planerin kurz und knapp: Variante eins (Kosten: 95.000 Euro) sei „zweckmäßig funktional“, die zweite Variante (Kosten: 151.000 Euro) hingegen sei „funktional mit Mehrwert“.

Das Plus der Variante zwei, also der „Mehrwert“, besteht in einer etwa ein Meter breiten Bepflanzung mit Lavendel, Strauchrosen, Lorbeerkirschen und Blauschwingel-Gras, entlang der Poststraße, die mit Höhe der ersten Parkplatz-Reihe am einbiegenden Gehweg endet. Als „Sahnehäubchen“ dieser Variante empfahl die Planerin die Schaffung eines Aufenthaltsbereiches mit Sitzsteinen und einem Spielbereich.

Stummellösung favorisiert

Letztlich, nach einer knapp 30-minütigen Diskussion, fand allerdings eine modifizierte Version der Variante zwei im Fachausschuss eine Mehrheit, bei der auf den Aufenthalts- und Spielbereich verzichtet wird. Grundsätzlich, eröffnete Horst Leiste (SPD) die Diskussionsrunde, sei es erfreulich, dass „nun endlich der Parkplatzbau in Angriff genommen werde“.

Ein erster Vorschlag eines Planers aus dem Jahr 2017 zielte darauf ab, Teile des Parkes als Fläche für einen Parkplatz zu bebauen. Als Reaktion auf öffentlicher Proteste legte dann Gerd Mangelsdorf die „Stummellösung“ vor, die Parkflächen schont und vor Versiegelung bewahrt.

Konsens setzt sich durch

Die beiden nun vorliegenden Gestaltungsvarianten, die aus der „Stummellösung“ abgeleitet wurden, fanden sowohl Zustimmung, weckten aber auch Zweifel an deren Zweckmäßigkeit.

Horst Leiste meinte, die Platzierung einer Sitzgruppe sei „nicht unbedingt vorteilhaft“, weil sich bereits in unmittelbarer Nähe, im Park und am Bahnhof“, ausreichend Sitzplätze befinden. „151.000 Euro für 15 Parkplätze. Das ist schon der Hammer“, befand Birgit Vasen (Die Linke). „Wir wollten effektiv nur Parkplätze schaffen und keinen Spielplatz“, meinte auch Lutz Nitz (Grüne).

Von Erholungszwecken sei bisher keine Rede gewesen. Die CDU werde nach der Beratung in der Fraktion für Variante zwei stimmen. „Wir wollen die ganze Sache etwas gefälliger machen“, sagte Gerd Mangelsdorf (CDU). Das unterstrich auch Andreas Buchheister (CDU): „Wenn wir schon bauen, können wir es auch ein bisschen hübsch machen.“ Gerd Mangelsdorf räumte aber ein, dass die in der Variante zwei aufgezeigten Sitzmöglichkeiten auch nicht unbedingt gebraucht würden.

Zweifel an Parkgestaltung

In einer ersten Abstimmung erhielt zunächst die komplette Variante mit Spielgeräten und Aufenthaltsbereich eine Mehrheit. Da an eine Anlage eines Erholungsbereichs offensichtlich Zweifel von allen im Fachausschuss vertretenen Parteien laut wurden, brachte Nitz (Grüne) einen ergänzenden und letztlich erfolgreich beschiedenen Antrag ein.

Dieser Antrag bildet einen Konsens zwischen „funktional“ und „schön“. Er sieht vor, die Variante zwei um den strittigen Spielplatz und den Aufenthaltsbereich abzuspecken, dafür aber die Bepflanzungen entlang der Poststraße zu belassen. Der Beschluss ist gesetzt und braucht nicht mehr vom Stadtrat abgesegnet werden. Die Kosten für den Bau des Parkplatzes können vollständig über Stadtsanierungsmittel aufgebracht werden.