Sprengung

Brandenburger Brücke fällt im Mai

Vorarbeiten zur Sprengung starten am 26. April / Neubau soll Ende 2025 fertig sein

Von Natalie Preißler
Noch sichern Stützen das Bauwerk. Diese werden vor der Sperrung demontiert. Natalie Preißler

Brandenburg/Havel

Eng getaktet und „unverrückbar“, sagt Frank Schmidt, Planungsdezernent beim brandenburgischen Landesbetrieb Straßenwesen, über den Zeitplan zur Sprengung der Brücke des 20. Jahrestages der DDR in Brandenburg an der Havel. Stichtag ist der 19. Mai.

Die Vorarbeiten zur Sprengung beginnen indes schon Ende April. So werden bereits am 26. April Bohrungen an der Brücke für die späteren Sprengladungen durchgeführt. Auch die bisherigen Sicherungen werden abgebaut.

Umleitung über neuen Abschnitt der Spittastraße

Ab dem 14. Mai wird die Bundesstrasse 102 mit einem Sperrkreis von rund 200 Metern voll gesperrt. Zuvor soll die provisorische Brücke für Radfahrer und Fußgänger in Betrieb genommen werden. Der Autoverkehr wird über den neu entstandenen Abschnitt der Spittastraße sowie über die Klingenberg-Siedlung und Friedrich-Engels-Straße umgeleitet. Auch die Ampelschaltung soll dem erhöhtem Verkehrsaufkommen angepasst werden.

Nachdem die Bahnverbindung zwischen Brandenburg und Rathenow unter dem Bauwerk ab dem 15. Mai vorübergehend den Betrieb einstellt, sind drei Tage für das Aufschütten eines Fallbettes unter der Brücke eingeplant. Zwei Tage vor der Sprengung werden die Sprengladungen an den Brückenpfeilern angebracht und bis zum 19. Mai durch Sicherheitspersonal überwacht.

Nach der Sprengung sind knapp zwei Wochen für die Beräumung des Schutts eingeplant. Zuerst werden dabei Bereiche geräumt, wo noch Asbestplatten hingen, die zuvor nicht demontiert werden konnten. Im Anschluss beginnen die Aufräumarbeiten auf der Fahrbahn der B 102.

Bleibt alles im Zeitplan, soll der Zugverkehr ab dem 27. Mai wieder aufgenommen werden und drei Tage später, am 30. Mai, wieder Autos auf der Strecke rollen. Insgesamt ist für weitere Demontagen  ein Zeitraum bis zum 2. Juli vorgesehen.

Doch der Beginn des Neubaus könnte auf sich warten lassen. So ist aktuell über ein Jahr Planungszeit für Vergabeverfahren der einzelnen Bauanträge vorgesehen. Und auch der letzte nötige Vertragsschluss zur Kreuzungsvereinbarung mit der Deutschen Bahn AG steht noch aus. „Die Vergabeunterlagen haben zwischen 5000 und 6000 einzelne Positionen. Da dürfen wir uns keine Fehler leisten“, so Schmidt. Und: Die Vergabeverfahren müssen europaweit ausgeschrieben werden.

Neue Brücke sechs Jahre nach Sperrung fertig

So ist der Baubeginn für das Ersatzbauwerk erst für Dezember 2022 anvisiert. Drei Jahre nach Beginn der Brückensperrung am 5. Dezember 2019. Statt einer Brücke in Gänze werden sechs kleinere Überführungen über B 102 und Bahnanlage gebaut. Für jede Fahrtrichtung jeweils zwei nebeneinander liegende Brücken sowie zwei für die Straßenbahnlinien.

Die erste Teilfreigabe für den Verkehr soll Mitte 2024 erfolgen, wenn zwei Fahrspuren geöffnet sind, sodass ein Befahren einspurig in jeder Richtung möglich ist. Obwohl noch nicht klar ist, wie der Radverkehr der Nordseite stadtauswärts geführt werden soll, ist das Ende der Brückenbauarbeiten und der Nebenanlagen für Ende 2025 geplant. So umfasst die Geschichte um das Ende der Brücke des 20. Jahrestages der DDR in Brandenburg an der Havel gut sechs Jahre und eine Investition von insgesamt 45,66 Millionen von Kommune, Land und Bund.