Zabakuck l „Schon zu Lebzeiten war der Gartenkünstler Peter Joseph Lenné renommiert, weil er über Jahrzehn­te für das preußische Königshaus tätig war. In der Kunstgeschichte hat er einen festen Platz als herausragender Vertreter des späten Landschaftsgartenstils in Deutschland, der die Wandlung zum Historismus vollzog. Zuvor hatten Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (1740-1817), Friedrich Ludwig von Sckell (1750-1823), Maximilian Friedrich Weyhe und Fürst Hermann von Pückler-Muskau (1785-1871) maßgeblich zur Etablierung des Landschaftsgartenstils in Deutschland beigetragen. Internatio­nal ist das Wirken Lennés vor allem im Zusam­menhang mit dem Weltkulturerbe in Potsdam gewürdigt worden.“

 So ist es auf dem Portal der Rheinischen Geschichte zu lesen. Etwas davon ist zu spüren bei einem Spaziergang durch den von Sckell geprägten Schlossgarten in badischen Schwetzingen. Etwas davon ist zu spüren, wenn man durch den romantischen Park Babelsberg geht, der von Lenné begonnen wurde und von Fürst Pückler-Muskau vollendet wurde. Aber sehr viel ist auch davon zu spüren bei einem Streifzug mit Tierparkleiterin Juliane Reimann durch die von Lenné kreierte Anlage in Zabakuck.

Eine neue Tierart

Heute leben dort nach voll aktueller Statistik, die Reimann führt, 270 Tiere in 37 Arten. „Heute ist eine kleine Alpakadame auf die Welt gekommen“, erzählt sie mit strahlenden Augen. Und jeden Tag ist etwas los im Tierpark. Die neueste dazu gekommene Tierart sind die Zwergzebus, die es seit Oktober letzten Jahres hier zu bestaunen gibt, das sind der Zebubulle Igor, und die drei Kühe Giesela, Amy und Isabell. „Letzte Woche hat Giesela ein kleines Bullenkälbchen zur Welt gebracht“, so Reimann.

Auch Quessant- und Zwergziegenlämmer gibt es im Park zu sehen. „Nachwuchs wird theoretisch auch bei den Bentheimer Schweinen noch erwartet und auch bei den Bennettkängurus“ sagt Reimann.

Sie kennt auch gut die Geschichte des Tierparks. Seit den 1930er Jahren gibt es Tiere in dem Park. Anfangs waren es Vogelvolieren, später Wildschweine oder auch Rotwild. Jedoch wurde der Plan einen Tierpark aus diesem historisch bedeutenden Gelände zu machen erst in den 1970er Jahren in die Tat umgesetzt und seit 1974 existiert der Park als Tierpark an sich.

In dieser Zeit gehörte er zur Gemeinde, später zum Touristenverein und wurde auch durch ABM-Kräfte Anfang der 1990er Jahre gehalten. Im Pfarrhaus Schlagenthin erinnern sich gerne Besucher an diese Zeiten. „Die Gemeinde allein hätte das nicht mehr geschafft“, so der Tenor. Und die Rettung nahte. Ende der 1990er Jahre übernahmen die Elbe-Havel-Werkstätten den Tierpark als eine Außenstelle der Werkstatt für Menschen mit Behinderung.

Soziale Note

So bekam der Tierpark eine besondere soziale Note. „In dieser Zeit entstand auch angrenzend ein Tierasyl sowie eine Tierpension für Hunde und Katzen“. 2013 kam dann ein weiterer Einschnitt, ja ein weiterer Schub. Der Tierpark wurde komplett modernisiert, es entstanden neue Gehege und für das Ausruhen nach einem Tierparkbesuch ein Café im Park. Der Name war gut gewählt: „Café für alle Felle“. Mensch und Tier stehen in diesem historisch so bedeutenden Park im Mittelpunkt. Auf dem zwei Hektar großen Gelände arbeiten derzeit zirka 17 Menschen mit Beeinträchtigung und sind für die Pflege der Tiere zuständig. Dazu zählen die Fütterung, die Säuberung der Gehege das Tränken und vieles andere mehr. Auch die Pflege der Anlage zählt zu ihren Aufgaben.

Im Kassenbereich sind zwei betreute Mitarbeiter tätig sowie drei im Café des Tierparks. „Unsere betreuten Mitarbeiter durchlaufen in der Werkstatt den Berufsbildungsbereich. Innerhalb von zwei Jahren lernen sie die verschiedenen Tätigkeitsfelder der Werkstatt kennen, dürfen Praktika machen. Nach dieser Zeit haben sie die Möglichkeit zu entscheiden wo denn ihr zukünftiger Arbeitsplatz sein soll“, so Reimann.

Bei unserem Spaziergang trafen wir Tobias Selchow (37 Jahre), der seit 1999 in der Einrichtung tätig ist, und zwar bei den Zwergzebus. „Er ist seit zirka 2013 bei uns im Tierpark und zuständig für Pferde, Schafe und auch Zebus“, so die Tierparkleiterin.

Spaß für kleine Besucher

Der Blick geht natürlich auch voraus: „Wir hoffen, dass wir dieses Jahr auch ab dem Sommer mit einem neuen Spielgerät auf dem Spielplatz bei unseren kleinen Besuchern für Begeisterung sorgen können und vielleicht findet dieses Jahr noch der ein oder andere kleinere Gehegeum- oder -neubau statt“, so ihr Wunsch.