Genthin l Es war nicht nur, wenn auch vor allem, die Hitze, die vor eineinhalb Wochen von heute auf morgen die Fische in den beiden Parchener Schlossteichen verenden ließ. „Plötzen, Rotfedern, Karpfen, Barsche und sogar vier, fünf große Hechte, von denen wir gar nicht dachten, dass solche großen Exemplare hier drin leben, mussten wir verendet herausholen“, erzählt André Siebert, Vorsitzender des Parchener Angelvereins, in einem Gespräch mit der Volksstimme vor Ort.

Dass zu wenig Wasser in den zusammen etwa 2500 Quadratmeter großen Teichen war, liegt auch daran, dass die Beeke (Tucheim-Parchener Bach), die die Teiche mit ihrem Wasser speist, an einigen Stellen durch Wehre gestaut wird. Schuld sind auch die Biber, die entlang der Beeke ziemlich munter ihre Staudämme bauen. Da sei es logisch, so Siebert und Parchens Ortsbürgermeister Hubert Schwandt unisono, dass auch ohne Hochsommerhitze nur noch recht wenig Wasser in den beiden Schlossteichen überhaupt ankomme. Weshalb vor allem die Angelfreunde in Parchen die nach ihrer Meinung zu großzügige Wiederansiedlung des unter Schutz stehenden Bibers in der Region kritisch sehen.

Feuerwehr pumpt zwei Tage Wasser in die Teich

Wie es sich für die Feuerwehr gehört, hat sie auch jetzt wieder – mit einer Sondergenehmigung – in der Not Feuerwehr gespielt, und mit Wasser aus ihrem Feuerlöschbrunnen über einen ihrer Schläuche zwei Tage lang die Teiche halbwegs aufgefüllt, nachdem die Freunde des Anglervereins die Fischkadaver in einer Hau-Ruck-Aktion herausgeholt hatten. Denn etwa ein Viertel des Fischbestandes, schätzt André Siebert, hat den Sauerstoffmangel überlebt und war natürlich dringend auf die Frischwasserzufuhr angewiesen.

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Diese Aktion ist – wie schon die Pumpaktion im Sommer vergangenen Jahres – nur eine Notlösung. Weshalb die 100 Parchener Angler, die sich nicht nur um die Pflege der Teiche, sondern auch um das Gelände drum herum kümmern, gemeinsam mit Ortsbürgermeister Hubert Schwandt schon Anfang Juli bei der Ortschaftsratssitzung Genthins Bürgermeister Matthias Günther (parteilos) ihr Anliegen – das Setzen eines neuen Brunnens – auf die Tagesordnung schrieben (Volksstimme berichtete): Die Stadt möge als Grundstückseigentümerin ein erforderliches Genehmigungsverfahren anschieben.

Stadt kümmert sich um Brunnenneubau

Nach dem Fischsterben, so Hubert Schwandt, habe es „ein gutes Gespräch“ mit der Stadtverwaltung gegeben. Fachbereichsleiterin Dagmar Turian kümmere sich nun um das nötige Genehmigungsverfahren für den neuen Brunnen beim Landesamt für Hochwasserschutz (LHW). Für die anfallenden Kosten wollen die Parchener selbst aufkommen, auch mit Hilfe von Sponsoren.

Im vergangenen Jahr hatte der Angelverein den Teich nach einem massiven Wasserrückgang schon einmal in einer zweitägigen Pumpaktion notbewässert. Die durchschnittliche Wassertiefe von etwa zwei Metern war seinerzeit auf 50 Zentimeter abgefallen. Die Aktion im vergangenen Jahr, bei der zwei Pumpen liefen, war insbesondere wegen der Lärmbelästigung auf die massive Kritik von Anwohnern gestoßen. Initiiert vom Anglerverein wurde die Bewässerung damals unterstützt vom Heimatverein und von der Agrargenossenschaft Hohenseeden/Parchen. Anfallende Kosten konnten über Sponsoring abgefangen werden.