Genthin l Auch wenn das Wetter am Freitag nicht zur Gartenarbeit einlud, machten sich fünf Mädchen und drei Jungs, die regelmäßig das Jugendhaus Thomas Morus besuchen, ans Werk und pflanzten diverse Gewächse. „Wir haben Studentenblumen, Männertreu und Petunien“, zählte Streetworkerin Petra Schiele auf und fragte im Anschluss: „Gefallen euch die Blumen?“ Die Antwort war eindeutig. „Ja“, tönte es einstimmig aus den Kindermündern.

Aktion hat Tradition

Nach einer kurzen Einweisung wurden mit den Blumen sowohl die Kübel vor der Einrichtung als auch ein Beet am Wasserturm verschönert. Die Frühjahrs-Aktion hat bereits Tradition; einige Kinder sind „Wiederholungstäter“. „Ich mache zum zweiten Mal mit“, sagte etwa die elfjährige Annie.

„Zuhause haben wir leider keinen Garten. Aber wir haben jetzt ein Hochbeet angelegt“, fügte sie hinzu. Daran möchte sie das Erlernte nun in die Tat umsetzen. Dass sie das Blumenpflanzen bereits beherrscht, bleibt auch von Petra Schiele nicht unbemerkt. „Man merkt, dass du uns im letzten Jahr schon fleißig unterstützt hast“, lobte sie.

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Fleißige Helfer

Ebenso fleißig half die zwölfjährige Amina. „Wir haben einen Schrebergarten“, erklärte sie, woher sie das Pflanzen bereits beherrscht. Denn dort helfe sie auch sehr gerne mit. Hinter dem Morushaus machten sich die Kinder dann am Gemüsebeet zu schaffen. Zunächst wurde jedoch besprochen, welches Gemüse wo angepflanzt wird, denn „die Pflanzen wachsen besser, wenn man jedes Jahr ihre Plätze durchwechselt“, erklärte Petra Schiele das Prinzip der Fruchtfolge.

Dann zogen die Kinder Furchen, in die sie die zahlreichen Gemüsesorten einpflanzten. Zunächst wurden Kartoffeln und Zwiebeln gesteckt, später kommen noch Möhren, Erbsen, Bohnen und Erdbeeren hinzu.

Für den guten Zweck

Nun heißt es regelmäßig gießen, Unkraut zupfen und warten, bis die Pflanzen Früchte tragen. „Am Anfang muss man sehr geduldig sein“, sagte Petra Schiele. Doch in einigen Monaten kann der Lohn der Arbeit im wahrsten Sinne des Wortes ausgekostet werden. „Wir stellen mit den Kindern beispielsweise Marmelade und Kräuterbutter her“, erklärte sie. Doch kommt die Ernte nicht nur den Kindern selbst zugute. „Die kleinen Früchte geben wir an die Zoohandlung, das Gute geht an die Tafel“, führte Petra Schiele weiter aus.

So haben die Kinder nicht nur Spaß und einiges über Gartenarbeit und Botanik gelernt, sondern freuen sich auch, am Ende anderen damit eine Freude zu bereiten.