Genthin l Aus den Händen von Hartmut Nothe aus Kader Schleuse nahm am Dienstagnachmittag Loretta Kablitz, Geschäftsführerin des Genthiner Trinkwasser und Abwasserverbandes (TAV), eine Liste mit 337 Unterschriften entgegen. Bei den Unterzeichnern handelt sich hauptsächlich um Kunden des kommunalen Unternehmens, die nicht an die zentrale Abwasserentsorgung angeschlossen sind.

Sie treibt die Sorge um, gegenüber den TAV-Kunden, deren Haushalte zentral entsorgt werden, finanziell deutlich benachteiligt zu sein.

337 Unterschriften übergeben

Nothe, der in dieser Angelegenheit bereits im Juni bei der TAV-Verbandsversammlung vorgesprochen hatte, initiierte nun die Unterschriftensammlung, um der Forderung nach Gebührengleichheit Nachdruck zu verleihen. Derzeit, darüber führen die Unterzeichner Beschwerde, müsste der Gebührenzahler bei der dezentralen Entsorgung etwa das Dreifache an Kosten wie bei der zentralen Entsorgung tragen. Sie fordern nun die Solidarität unter allen Gebührenzahlern ein. Der Unterschriftensammlung war im September bereits ein offener Brief an die TAV-Geschäftsführung vorausgegangen. Beide Seiten, Geschäftsführung wie auch betroffene TAV-Kunden, hatten daraufhin Gespräche aufgenommen, eine Lösung zeichnete sich allerdings nicht ab. Daran wird auch die Unterschriftensammlung kurzfristig nichts ändern können.

Geschäftsführerin Loretta Kablitz versicherte Hartmut Nothe, dass die Geschäftsleitung der beschließenden Verbandsversammlung mögliche Lösungsvarianten vorlegen werde. Vermutlich werde sich die Verbandsversammlung im ersten Quartal des neuen Jahres der Anliegen der Kunden, deren Haushalte dezentral entsorgt werden, annehmen. Loretta Kablitz vermied es bei der Übergabe der Unterschriftenliste, gegenüber Hartmut Nothe große Erwartungen zu wecken. Es bedürfe einer rechtlichen Prüfung, ob die Gebühren für die dezentrale Entsorgung durch die Gebühren für die zentrale Entsorgung subventioniert werden könnten, gab sie zu bedenken.

Bisher schaltet der TAV bei der dezentralen Abwasserentsorgung einen Entsorger ein. Übernimmt der Verband die dezentrale Abwasserentsorgung in eigener Regie, schlagen Kosten für die Anschaffung notwendiger Technik, Personal oder eine Ausschreibung an Dritte zu Buche. Diese Kosten müssten dann auf alle Gebührenzahler umgelegt werden. Ersten Schätzungen zufolge würde sich bei einer Gesamtumlage die Gebühr für alle TAV-Kunden wenigstens um zehn bis 15 Cent pro Kubikmeter Abwasser erhöhen. Im Verbandsgebiet des Genthiner TAV sind 96 Prozent der Haushalte an die zentrale Entsorgung angeschlossen, 850 Haushalte unterhalten dezentrale Anlagen.

Wachsende Unzufriedenheit

Hartmut Nothe wies gegenüber der Geschäftsführerin darauf hin, dass es mittlerweile aus den Reihen der TAV-Kunden, deren Haushalte dezentral entsorgt werden, eine zunehmende Unzufriedenheit über die Kostenentwicklung gebe. Er sei überrascht gewesen, dass sich der Unterschriftensammlung auch Gebührenzahler angeschlossen haben, die zentral entsorgen. Nothe gab sich optimistisch, dass die Verbandsversammlung letztlich eine Entscheidung zugunsten der Gebührenzahler treffen werde, die das Abwasser dezentral entsorgen.