Genthin l „Ich habe in den 1980er Jahren in Wolgast auf dem Minensucher ‚Genthin‘ gedient und möchte an diese Zeit mit einer Internetseite erinnern“, wandte sich Gundlach vor einigen Wochen an die Öffentlichkeit. Allerdings sei sein Bildmaterial nicht sehr umfangreich, so der frühere Obermaat des MSR Genthin.

Ab 1972 im Dienst

Bei dem Schiff handelt es sich um einen Minensucher-Typ, der dessen Bau 1968 erstmals in Auftrag gegeben wurde. Er war neben einer Bewaffnung auch mit einer hydroakustische Anlage zur Suche von Minen ausgestattet.

In Abgrenzung zum Vorgängermodell 89.1 hieß es Projekt 89.2 (NATO-Bezeichnung KONDOR-II-Klasse). Unter der Projektnummer 89.235 wurde die „Genthin“ gebaut und zwischen 1972 bis 1988 im Dienst. Nach der Wende wurden die meisten der noch existierenden Schiffe abgewrackt, einige verkauft. Dennoch haben die Schiffe eine besondere Geschichte, da die namengebenden Städte Patenschaften für die Schiffe übernahmen.

Bilder

Stadt liefert Text

Daher gibt es auch ein kurzes Stadtporträt Genthins auf Gundlachs Webseite. „Er bezog sich auf die Namensgebung und wollte bei der erstellten Internetpräsenz auf die Stadt Genthin eingehen“, erläutert Fachbereichsleiterin Alexandra Adel von der Genthiner Stadtverwaltung die Überlassung von städtischen Texten.

„Für weitere Informationen haben wir den Kontakt zum Archiv hergestellt“, fügt sie hinzu. Ein Austausch über diesen Kontakt hinaus sei nicht entstanden. Mittlerweile konnte Jens Gundlach seine Internetseite auch mit einer Reihe von Material aus der Bevölkerung bestücken. Unter anderem lieferte der Genthiner Klaus Zelmanski ein Bild des Minensuchers „Genthin“.

Patenschaftsarbeit

„Das habe ich einst für die Patenschaftsarbeit erhalten“, erläutert er. Die Stadt Genthin unterhielt damals eine Patenschaft mit dem Schiff. Die Ausgestaltung habe die Stadt an verschiedene Betriebe übergeben. So hätten neben der Stadt, unter anderem die damalige Molkerei, die Schiffswerft und das Waschmittelwerk Patenschaften für Bereiche auf dem Schiff übernommen.

„Es gab Festtage und Feierlichkeiten, zu denen die Betriebe Vertreter geschickt haben“, fügt Zelmanski hinzu. Interessant sind auch die Bilder von Axel Kaiser, die Angehörige der Volksmarine (zu denen auch die Besatzungen der Minensucher gehörten) bei Aufräumarbeiten im Jahrhundertwinter 1978/79 zeigen. „Diese Bilderserie sei nach dem Aufruf hinzugekommen“, erläutert Gundlach. Er fügt hinzu: „Es wird noch etwas Zeit in Anspruch nehmen, bis ich alles aufgearbeitet habe.“ Er plane zusätzliche Seiten zum Beispiel für Mannschaftsfotos und auch für maritime Postkarten.

Name gesucht

Besonders am Herzen liegt Gundlach ein Bild, das bei der Unterzeichnung des Patenvertrages entstanden ist. „Hier konnte ich ermitteln, dass seitens der Besatzung der Maat D. Junghanns unterschrieben hat.“ Allerdings ist ihm der zweite Mann auf dem Bild unbekannt. „Bestimmt kann mir ein Leser mitteilen, wer der Vertreter des Waschmittelwerkes auf dem Foto war“, hofft Gundlach.

Recht umfangreich gesammelt hat er bereits Informationen zur Ausbildung und zur Technik. „Vielleicht waren die Leser ja auch mal auf Usedom, in Wolgast oder Rostock im Urlaub und haben da ein Schiff der Volksmarine fotografiert. Die Internetseite ist unter www.msr-genthin.de zu erreichen. Dort gibt es auch Informationen zur Kontaktaufnahme mit Jens Gundlach.