Genthin l Sebastian Strebe, Präsident des Genthiner Carnevalsclub (GCC), hält für das Narrenvolk zur bevorstehende fünfte Jahreszeit eine gute und eine schlechte Nachricht bereit.

Zunächst die gute: Die närrische Saison wird in Genthin traditionsgemäß am 11.11. um 11.11 Uhr auf dem Marktplatz eröffnet. Die symbolische Übergabe des Rathausschlüssels durch den Bürgermeister der Stadt Genthin an den GCC-Präsidenten wird wie üblich begleitet mit der Bekanntgabe des Mottos, unter dem die Saison stehen wird. Zuschauer können sich wieder auf ein „karnevalistisches Feuerwerk“ freuen.

Stimmung ist getrübt

Doch die Vorfreude ist nicht ungetrübt. Der Präsident des GCC wendet sich vor dem Hintergrund ermüdender wie erfolgloser Haushaltsdebatten im Stadtrat mit einer bitter-ironischen Botschaft an sein Narrenvolk: „Ihr könnt euch am 11.11. auf die Schlüsselübergabe freuen, wenn der Rathausschlüssel nicht schon verkauft worden ist.“

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Ein O-Ton, der die schlechte Nachricht ahnen lässt: Trotz angesagter guter Laune ist die allgemeine Stimmung unter den Karnevalisten des GCC gegenwärtig eher mies. „Diese Saison wird unter widrigen Umstände wie noch nie starten“, sagt Sebastian Strebe.

Karnevalisten geraten in Ärger

Nachdem auch dem Carnevalsclub durch die Qualifizierungs- und Strukturförderungsgesellschaft (QSG) zum 1. September die Räumlichkeiten im Stadtkulturhaus gekündigt wurden (Volksstimme berichtete), sind die Carnevalisten in Turbulenzen geraten.

So gut es geht bemüht sich der GCC in der Öffentlichkeit trotzdem Normalität auszustrahlen, machte Sebastian Strebe im Gespräch mit der Volksstimme klar. Das karnevalistische Treiben am 11.11. und die Sitzung des GCC am Sonnabend, 16. November, bleiben somit gesetzt. Dass hinter den Kulissen einiges anders läuft als in den Vorjahren, wird der Zuschauer zumindest am 11.11. kaum bemerken. Bei der Sitzung am Sonnabend, 16. November, wird das vermutlich schon anders sein.

Landkreis hilft aus

Nach der Kündigung der Räumlichkeiten durch die QSG hat der GCC, wie übrigens auch das Genthiner Amateurtheater (gat), eine vorübergehende Bleibe bis zum Ende des Jahres im Kreishaus für Proben gefunden. „Dafür sind wir dem Landkreis sehr dankbar“, sagt Sebastian Strebe.

Doch ein vollwertiger Ersatz für das Stadtkulturhaus könne auch das Kreishaus nicht sein. Schon deshalb, weil es hier keine Bühne gebe, die für die Proben des Clubs unentbehrlich ist. Ein unkomplizierte Rücksprache zur Nutzung der Bühne wie in den Vorjahren mit der QSG praktiziert, sei nicht mehr möglich.

Hohe Kosten für den Verein

Jede Stunde, die die Karnevalisten die Bühne im Stadtkulturhaus zur Probe nutzen, müsse jetzt der QSG bezahlt werden. Es gebe zwar zeitliche Staffelungen bei der Berechnung der Miete, doch diese Situation sei für den Verein finanziell nur schwer zu schultern, macht Sebastian Strebe klar. So fallen Kosten an, die den Rahmen der bisher vom Verein entrichteten Zahlungen an die QSG übersteigen.

Deshalb wird die Hauptprobe, die sonst alle Sparten der Karnevalisten auf der Bühne erstmals vereint, im Kreishaus stattfinden müssen. Keine Abstriche werde es hingegen bei der Generalprobe geben, die im Stadtkulturhaus im wahrsten Sinne des Wortes an gewohntem Ort schon am kommenden Sonntag „über die Bühne“ gehen wird.

Dekoration wird weniger sein

Um das Stundenkonto und damit die Kosten gering zu halten, wird der GCC allerdings Abstriche bei der Deko machen müssen. Die Decke des Stadtkulturhauses bleibt deshalb ungeschmückt – nichts mit Girlanden, Papierschlangen und bunten Luftballons. „Wir haben nach der Kündigung mit steigenden Kosten zu kämpfen und werden irgendwann nicht umhin kommen, den Eintritt zu den Karnevalveranstaltungen zu erhöhen“, kündigte Sebastian Strebe an. Dass dies bereits bei der Februar-Sitzung der Fall sein könnte, schließt Strebe vorerst nicht aus.