Klosterleben

Kloster Jerichow zeigt Einblicke in das Leben der Prämonstratenser

An mehreren Projekten arbeitet derzeit das Team der Stiftung Kloster Jerichow. Neben dem Jazz-Festival im August wird die neue Dauerausstellung im Rahmen des Korrespondenzortprojekts „Das Erbe der Prämonstratenser“ vorbereitet.

Von Thomas Skiba
Die Klosteranlage wird Standort einer neuen Dauerausstellung zum Thema „Das Erbe der Prämonstratenser“. Diese ist konzipiert als Darbietung für alle Sinne.
Die Klosteranlage wird Standort einer neuen Dauerausstellung zum Thema „Das Erbe der Prämonstratenser“. Diese ist konzipiert als Darbietung für alle Sinne. Foto: Thomas Skiba

Jerichow - Nach dem Saisonauftakt mit der Vorstellung des Theaters der Altmark im Kloster Jerichow geht es mit großen Schritten den nächsten kulturellen Höhepunkten entgegen. Für den August bereitet das Team der Stiftung das dreitägige Festival „Jazz im Kloster“ vor und auf der Bühne musizieren alte wie neue Gesichter. „Wieder ist es uns gelungen, hochkarätige Künstler nach Jerichow zu bekommen“, sagt Marco Reiß, künstlerischer Leiter der Stiftung, sichtlich stolz. Angesagt haben sich unter anderem Startrompeter Till Brönner und das Jugendjazzorchester, beide sind das dritte Mal dabei.

Unbemerkt von den Besuchern bereitet Josefine Telemann zwei weitere Projekte vor: Den Umbau des Backstein-Museums zur „Klosterschule“ und die Jubiläumsausstellung zu 900 Jahre Prämonstratenser-Orden. Jedes Vorhaben an sich stellt schon eine Herausforderung an das kleine Team des Klosters dar, doch die Frauen und Männer, haupt- wie ehrenamtlich, nehmen sie an.

Am 15. Oktober soll die Eröffnung der neuen Dauerausstellung im alten Dormitorium des Klosters Jerichow im Rahmen des Korrespondenzortprojekts „Das Erbe der Prämonstratenser“ erfolgen - unterstützt und begleitet durch das Zentrum für Mittelalterausstellungen in Magdeburg. Damit will die Stiftung gemeinsam mit Partnern wie dem Dommuseum Brandenburg an der Havel, dem Prignitz-Museum in Havelberg, dem Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg und dem Kulturhistorischen Museum Magdeburg die heute noch erlebbare kulturgeschichtliche Bedeutung des Prämonstratenserordens an authentischen Orten in Sachsen-Anhalt und in angrenzenden Bundesländern thematisieren. Im Schwerpunkt beleuchtet wird hier die kulturlandschaftgestaltende und wirtschaftliche Bedeutung der Prämonstratenser. Im Kloster Jerichow soll neben der Bau- und Kunstgeschichte sowohl der Alltag als auch die Wirtschaft im Jerichower Stift durch archäologische Funde gezeigt werden.

Hauptaugenmerk der neuen Ausstellung aber wird die Schreibstube des Klosters mit dem „Lebenden Buch“ sein. Kleine Besucher werden, so das Konzept, durch „Kloster-Klaus“ mit der Geschichte des Klosters vertraut gemacht und mit auf eine Reise in die Vergangenheit genommen. Fragen wie „Wer waren die Prämonstratenser?“ und „Warum ließen sie sich in Jerichow nieder?“ wird anschaulich auf den Grund gegangen. Das 900-jährige Jubiläum des Prämonstratenser-Ordens im Jahr 2021, dem auch das Kulturhistorische Museum Magdeburg eine Sonderausstellung „Mit Bibel und Spaten: 900 Jahre Prämonstratenser-Orden“ widmet, weist einen ganz besonderen Bezug zu Sachsen-Anhalt auf. Sie steht unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Reiner Haseloff.

Der Umbau des Backsteinmuseums zu einer Klosterschule, einem Kinder- und Jugendprojekt, steht in den Startlöchern.
Der Umbau des Backsteinmuseums zu einer Klosterschule, einem Kinder- und Jugendprojekt, steht in den Startlöchern.
Foto: Thomas Skiba
Im August wird zum dritten Mal Jazz in den Klostermauern zu erleben sein.
Im August wird zum dritten Mal Jazz in den Klostermauern zu erleben sein.
Archivfoto: Thomas Skiba